Samstag, 28. Juni 2008

MOLDAWIEN - Erlebnisse I

Hallo,

schöne Grüße aus Moldawien! Ich befinde mich gerade in Călăraşi, 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Moldawiens: Chişinău. Heute geht die erste Hälfte meines Kurzzeiteinsatzes zuende. Ich blicke zurück auf sechs aufregende Tage in ungewohnter Umgebung und in einem frisch zusammengewürfelten Team.

Schon jetzt merke ich, dass ich nur kleine Einblicke in meine Erlebnisse geben kann. Seit dem Abflug in Frankfurt gab es für mich diese Woche schon eine ganze Menge Erlebnisse! Im Flugzeug habe ich die Schweizerin Delona kennen gelernt, welche mit mir gemeinsam zur Niederlassung von OM Moldawien weiter reiste. Ein amerikanischer Mitarbeiter brachte uns mit dem Auto zur Niederlassung in der Hauptstadt.

Album: Kurzzeiteinsatz in Moldawien
Dort wurde ich am Folgetag mit ca. 20 weiteren Personen auf die bevorstehende Zeit vorbereitet. Außer mir ist kein Deutscher dabei.

Am zweiten Tag ging es auch schon los: Per Linien- und Kleinbus reisten wir in die oben erwähnte Stadt Călăraşi, wo wir von nun drei mal täglich ein Programm für Kinder und Jugendliche anbieten sollten. (Das war eng! Holprige Straßen, über 40° und Reisetaschen auf dem Schoß) Ein Glück, dass unser Team auch aus Einheimischen besteht, welche rumänisch sprechen und dafür sorgen, dass wir z.B. beim Geldwechsel und bei der Busfahrt nicht als Touristen behandelt bzw. „abgezockt“ werden. In den Räumlichkeiten einer jungen baptistischen Gemeinde konnten wir unser Reisegepäck ablegen und bekamen ein warmes Mittagessen geboten. (Auf Bedienung war ich gar nicht eingestellt)

Und schon waren wir mitten drin! Nach dem Essen folgte eine erste Planungseinheit: Das Abendprogramm stand uns bevor. Das Ziel für die erste Woche ist es, Kindern und Jugendlichen aus der Stadt eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, welche sich sonst auf den Straßen und Plätzen aufhalten. Natürlich sollen sie auch etwas von der Hoffnung durch Jesus Christus erfahren. Zurzeit sind Sommerferien in Moldawien und es gibt nichts zu tun für junge Leute außer der häuslichen Arbeit. Als tägliches Highlight haben sich unsere Englischstunden herausgestellt. Dies soll an ersten Informationen genügen. In eineinhalb Wochen schreibe ich mehr.

Nur noch eins: Zusammen mit dem Leiter unseres Global Challenge-Teams und dem Übersetzer Lilian habe ich bisher bei einer Privatfamilie übernachtet. Die Familie zählt zu den wohlhabenderen in der Stadt, weshalb ich von hier aus Internetzugriff habe! Morgen brechen wir von hier aus wieder auf, um die zweite Woche in einem Dorf zu verbringen. Dort wird mich dann mehr Armut erwarten als hier im städtischen Gebiet. Wir werden deshalb dort auch bauliche Maßnahmen ergreifen...

Sonntag, 22. Juni 2008

MOLDAWIEN - Kurzzeiteinsatz im Osten Europas

Wow, wie die Zeit rennt... Gerade erst die Ausbildung abgeschlossen und schon gehts weiter. Die letzten Monate sind für mich wie im Flug vergangen. Für die kommende Zeit gab es noch so viel vorzubereiten: Da musste das Visum beantragt werden, damit die Einreise nach Australien klappt. Impftermine mussten geplant und wahrgenommen werden. Jede Menge Formalien mit dem Kreiswehrersatzamt, der Versicherung und natürlich der Zentrale von OM habe ich bereits erfolgreich hinter mich gebracht. Seit Donnerstag bin ich außerdem im Besitz eines internationalen Führerscheins in der Klasse BE. Und dann kommen da noch Vorbereitungen für den Kurzzeiteinsatz in Moldawien hinzu.

Bevor man sich in eine längerfristige Arbeit investiert, muss man bei OM einen Kurzzeiteinsatz absolviert haben. Vor einem halben Jahr hatte ich die Infobroschüre für 2008 in der Hand und stieß auf folgende Beschreibung:

"MOLDAWIEN, Osteuropa, früher kommunistisch, heute das ärmste Land Europas. Die Menschen arbeiten hart, das Leben in den Dörfern ist mühsam. Einsätze werden in internationalen Teams in den Dörfern stattfinden – unter einfachsten Bedingungen. Zugleich ist es inmitten all der Hoffnungslosigkeit wunderbar zu sehen, wie Gott sein Reich baut. Du hast die einmalige Möglichkeit mit einheimischen Geschwistern und Gemeinden Kontakt zu haben und zu leben. (...)"
Diese Einsatzbeschreibung hat mich total angesprochen. Da ich die Global Challenge-Kosten selber finanziere, fielen einige andere Einsätze sowieso raus. Außerdem wollte ich nicht wieder den Wohlstand bzw. die westliche Kultur sehen. Ich wollte meine Augen mal für den größeren Teil der Weltbevölkerung öffnen. Und mich interessiert die Lebendigkeit mancher Gemeinden bzw. Christen in armen Ländern. Gott ist weder durch Wohlstand, noch durch Armut tot zu kriegen.

Auf jeden Fall kommen wir mit unserem kleinen internationalen Team, um einer Gemeinde vor Ort zu helfen. Bei diesem Missionseinsatz geht es vor allem darum, Gottes Liebe durch praktische Hilfe weiter zu geben: Wir bauen einen Spielplatz für Kinder. Natürlich werden wir zwischendurch auch ein Kinderprogramm anbieten. Von der moldawischen OM-Zentrale habe ich bereits ein Skript über geplante Spiele erhalten. Wir werden bei unterschiedlichen Pirvatpersonen aus der örtlichen Gemeinde übernachten. Es könnte sein, dass meine Gastfamilie kein fließendes Wasser oder keine im Haus integrierte Toilette hat. In den Unterlagen von OM Moldawien steht mit einem Smiley geschrieben, dass ich vielleicht auf dem Boden oder gemeinsam mit der Großmutter des Hauses in einem Bett übernachte.

In diesem Sinne - ab ins Bett, noch einmal Luxus genießen. In ungefähr elf Stunden geht es los!

Wow, die Zeit rennt...

Dienstag, 17. Juni 2008

Was mich bald erwartet - Ein Überblick

Liebe Freunde,

im aktuellen Gemeindebrief der Ev. Kirchengemeinde Nümbrecht ist ein Interview abgedruckt, in dem unser Jugendreferent Stefan Pentzek ein paar Fragen zu meinem Auslandseinsatz stellt. Es fasst das Vorhaben ganz gut zusammen, weshalb ich damit mein Logbuch offiziell eröffne.

Gruß, Daniel

"Immer wieder einmal lassen sich junge Leute zu einem missionarischen Dienst außerhalb des „sicheren“ Gemeindebootes herausfordern. Ab Ende August wird Daniel Mombartz mit der Missionsgesellschaft OM (Operation Mobilisation) einen 2-jährigen Missionseinsatz auf der MV DOULOS machen. Dazu hat Stefan Pentzek ihm einige Fragen gestellt.

1.) Daniel, erzähl uns kurz, was die DOULOS für ein Schiff ist und was eigentlich damit für ein Dienst getan wird.
Die DOULOS hat einen riesigen Büchermarkt an Bord, für den sie überall auf der Welt bekannt ist. Menschen, die sonst keine oder nur wenig Chancen auf Bildung haben, können auf dem Schiff essenzielle, wissenschaftliche und auch christliche Literatur zu einem Bruchteil ihres Preises kaufen. Die Schiffsbesatzung stellt sich in jedem Land auf die jeweiligen Bedürfnisse ein und leistet Dienste zur interkulturellen Verständigung, schult Menschen für ein hoffnungsvolleres Leben oder leistet ganz praktische Hilfe.

2.) Was ist deine Motivation, einfach einmal 2 Jahre deiner Zeit dieser Arbeit zur Verfügung zu stellen?
Nach der Beendigung meiner Ausbildung zum Fachinformatiker möchte ich herausfinden, ob ich später lieber acht Stunden pro Tag dem Wirtschaftsapparat dienen möchte oder direkt den Menschen. Während der Zeit hoffe ich mich also mit meinen Gaben entfalten zu können und mir über Gottes Willen für meine Zukunft klar zu werden. Denn wofür er mich geschaffen hat, das wird mich am meisten erfüllen.

3.) Was wird dich auf dem Schiff erwarten, welche Dinge wirst du wahrscheinlich tun?
Ich werde mich zuerst in ein 320 Mann starkes Team einfinden, das aus über 50 verschiedenen Nationen zusammengestellt ist. Dort übe ich mich dann in der Verständigung auf Englisch, während ich anfangs als Matrose auf Deck, im Maschinenraum oder in der Küche arbeite. Später werde ich wahrscheinlich in die Computerabteilung gehen, da ich dort wegen meiner Ausbildung am besten dienen kann.

4.) Wie geht es jetzt weiter, wann reist du genau ab und wohin?
Ich werde nach meinem Abschluss erst mal einen zweiwöchigen Kurzzeiteinsatz in Moldawien machen. Dies ist für alle Einsatzteilnehmer Pflicht, damit sichergestellt ist, dass sie für diese Art von Arbeit geeignet sind. Danach werde ich so viel wie möglich noch mit Freunden unternehmen. Am 19. August reise ich aus nach Holland, wo die „Global Orientation“-Konferenz stattfindet. Dort werde ich mit anderen Leuten von OM auf den Einsatz im Ausland vorbereitet. Ende August komme ich dann auf das Schiff, welches zu dieser Zeit in Australien/Sydney ankern wird.

5.) Welche Unterstützung wünschst du dir von uns als Gemeinde für diese Zeit?
Alle Mitarbeiter auf dem Schiff, den Kapitän eingeschlossen, arbeiten finanziert über persönliche Spenden. Auch für meine Arbeit werden Spenden gebraucht. Neben moralischer Unterstützung über Briefe und Mails würde ich mich sehr freuen, wenn ihr im Gebet hinter mir steht! Es wird sicherlich nicht immer alles glatt laufen. Von Erfahrungsberichten weiß ich: Gebet macht den Unterschied!

Vielen Dank, Daniel, wir wünschen dir Gottes Segen und Bewahrung für diese Zeit!

Daniel Mombartz wird am 17. August im Gottesdienst in Winterborn ausgesandt. Wer Daniel unterstützen möchte, bekommt dort (oder auch bei Jugendreferent Stefan Pentzek) genauere Informationen."

Mittwoch, 4. Juni 2008

Zu früh hierhin verirrt

Hallo,

es ist klasse, dass du schon so schnell mein Logbuch besuchst. Allerdings habe ich bisher nur Testlogs eingetragen. Dies wird sich jedoch schon bald (mitte Juni) ändern.

Denn dann steht mir mein Auslandseinsatz in Moldawien, dem ärmsten Land Europas, bevor. Am 22. Juni fliege ich ab Frankfurt a.M. mit Cirrus Airlines nach Moldawien und kehre mit einer Menge von Erlebnissen am 05. Juli von dort zurück...

Gruß,
Daniel