War für drei Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Dort haben wir in einem Mini-Jugendzentrum übernachtet und bei der Jugendarbeit mitgeholfen. Die Jungen Leute stammen aus Nebenprovinzen und haben dort eine geringe Chance auf eine Ausbildung oder Arbeit.
Einer der Jugendlichen hat sich mit einem Englisch-Wörterbuch ein sehr gutes Englisch beigebracht, indem er englischsprachige Zeitungen kaufte und durcharbeitete. Er wünscht sich, ein umfangreicheres Wörterbuch kaufen zu können. Sein Traum ist es, irgendwie ein Studium machen zu können, wozu ihm aber kein Geld zur Verfügung steht. (Jeder durchschnittliche deutsche Auszubildende wäre in der Lage, ihm das Studium finanzieren) Er wird am Samstag zur Doulos kommen und ich spiele mit dem Gedanken, ihm eines unserer Collins-Wörterbücher an Bord zu kaufen.
Eine weitere prägende Erfahrung für mich war es an unserem letzten Tag in eine Kleidungs-Fabrik zu gehen. Die koreanische Besitzerin hat die Fabrik mit heute 800 Arbeitern vor sieben Jahren aufgebaut. In Kambodscha lernte sie vor fünf Jahren Gott persönlich kennen (das ist eine weitere Geschichte), was ihr Leben und v.a. das Unternehmen maßgeblich veränderte. Vor zwei Jahren schließlich hat sie eine Morgenandacht für alle Fabrikarbeiter eingeführt, bei der mein Team diesmal etwas zum Thema "Moral und Ethik am Arbeitsplatz" beitragen sollte. Unser Anspiel schienfür die Arbeiter ziemlich ungewöhnlich und erheiternd gewesen zu sein und gab mir eine gute Grundlage für meine Erläuterungen, warum und wie wir an Bord der Doulos trotz engem Raum und kultureller Unterschiede in Frieden leben können.
So konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Fabrikproduktion in einem Entwicklungsland von innen sehen.