Manila ist die Hauptstadt der Philippinen, im Stadtkern leben insgesamt 1,7 Millionen Menschen. Viele kommen von abgelegenen Dörfern und Provinzen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Eine Großzahl der Einwohner lebt in totaler Armut:
Sie übernachten mit der ganzen Familie und ihrem Baby draußen auf dem Boden. Manche bauen Hütten an Hausfassaden oder andere Hütten an. Sie bestehen aus Holz-, Plastik- und Blechmaterialien und können jederzeit abgerissen werden, denn sie stehen auf öffentlichem Grund! Wer Glück hat, mietet eine Wohnung im Betonhochhaus und damit auch einen Wasserhahn und eine Toilette. Oft teilen sich zwei Familien eine Wohnung. In einem solchen Hochhaus (auf dem sogen. "Smokey Mountain") kam ich mit einem Alkoholiker ins Gespräch und um es fortführen zu können lud dieser mich in seine Wohnung ein.
Nebenan hat eine lokale Gemeinde eine Wohnung gemietet und zur Kinderbibliothek umfunktioniert. Mein Team gestaltete dort gerade eine Kinderstunde. Die Frau des Pastors ist Lehrerin und bringt Kindern das Lesen und Schreiben bei, die nicht (mehr) zur Schule gehen. Einer ihrer ehemaligen Schüler ist sechzehn und hilft nun selber mit.
Das Pastoren-Ehepaar hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, den Straßenkindern morgens warme Milch und Brot zu bringen. Gestern gehörte ich zu einem Team, das die jungen Leute der Gemeinde dabei unterstützte. Wir brachen schon vor Sonnenaufgang um fünf Uhr morgens auf, da auf den Straßen Manilas später sonst kein Durchkommen mehr ist. Dies wurde für mich zum intensivsten und schönsten Kurzeinsatz, an dem ich je beteiligt war! (s. Fotoalbum)
Um das Bild von Manila zu vervollständigen, muss ich aber auch noch den Reichtum erwähnen: Manila hat gleichzeitig auch viele Einkaufshäuser (Shopping Malls), die innen gigantischer, moderner und sauberer sind als alles, was ich je zu Hause gesehen habe. Für Menschen mit Kapital ist hier alles verfüg- bzw. kaufbar. In der "Mall of Asia" - dem drittgrößten Einkaufshaus der Welt - gibt es neben Massage-Center und HD-TV beispielsweise auch eine Eislaufbahn, eine Hüpfburglandschaft und einen Kinopalast. Hat man die Sicherheitskontrolle am Eingangsbereich einmal passiert, könnte man fast vergessen, dass die wirkliche Welt da draußen ganz anders aussieht.