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Freitag, 20. November 2009

ENDE der Seefahrt!

SCHOCK LASS NACH: Wir stellen unseren Dienst ein!

Während wir im Trockendock umfassende Arbeiten am Schiff selbst und an unserem Equipment durchführten, untersuchten unabhängige Prüfer die Doulos für die anstehende Verlängerung unseres Passagierschiff-Zertifikates. Das Ergebnis: Wir können den Hafen Singapur nicht wieder verlassen!

Doulos im Trockendock

Ein Ausschnitt aus der offiziellen Pressemitteilung erklärt, warum diese Entscheidung vorgestern getroffen wurde: (übersetzt)

“Ersten Angaben zufolge würden die anstehenden Arbeiten über zehn Millionen Euro kosten und fünf Monate dauern. Das Leitungsteam von OM Ships und der Vereinsvorstand sehen es als unangemessen an, Ausgaben in dieser Höhe in das Schiff zu investieren, da der Dienst der Doulos zeitlich befristet sein würde.

Peter Nicoll, Geschäftsführer von OM Ships International sagt: „Das Ergebnis all dessen ist, dass es nicht möglich ist, den Dienst der Doulos fortzuführen. Keiner von uns hat das erwartet und es hat ernsthafte Konsequenzen für jeden an Bord, für diejenigen, die im Januar auf das Schiff kommen wollten und für die Häfen, die wir besuchen wollten.” (…)

Das Schiff mit den höchsten Schifffahrtsbedingungen konform zu halten, ist eine wesentliche Herausforderung der vergangenen Jahre gewesen. Dies ist ein bemerkenswertes Zeugnis an die Professionalität und Hingabe des technischen Personals der gemeinnützigen Organisation, sodass das Schiff bis heute alle Schifffahrtsbedingungen erfüllen konnte.

Geschäftsführer Peter Nicoll erklärt: „Wir anerkennen Gottes Treue während dieser 32 Jahre des wunderbaren Dienstes dieses Dieners – Doulos – als einen bemerkenswerten Teil von OM, mit über 600 besuchten Häfen in über 100 Ländern. Die Leben vieler, von Besuchern wie auch von Mitarbeitern an Bord, wurden grundlegend verändert.””

Ja, es kam überrascht, nicht nur für mich. Als Besatzung haben wir den Prozess hautnah miterlebt. Im Trockendock arbeiteten wir täglich zehn Stunden für die Zukunft des Dienstes der Doulos. Dauernd stand die Frage im Raum: Lohnt es sich, diese Arbeit noch auszuführen? Es gibt zwei Gründe dafür, trotzdem sein Bestes zu geben: Erstens könnte das historische Schiff für einen anderen Zweck gekauft werden und zweitens freut sich Gott, wenn wir unserer Verantwortung gerecht werden, die er uns übertragen hat.

An meinem Einsatz wird sich nun viel ändern. Mehr Informationen dazu bald hier…

Sonntag, 22. Juni 2008

MOLDAWIEN - Kurzzeiteinsatz im Osten Europas

Wow, wie die Zeit rennt... Gerade erst die Ausbildung abgeschlossen und schon gehts weiter. Die letzten Monate sind für mich wie im Flug vergangen. Für die kommende Zeit gab es noch so viel vorzubereiten: Da musste das Visum beantragt werden, damit die Einreise nach Australien klappt. Impftermine mussten geplant und wahrgenommen werden. Jede Menge Formalien mit dem Kreiswehrersatzamt, der Versicherung und natürlich der Zentrale von OM habe ich bereits erfolgreich hinter mich gebracht. Seit Donnerstag bin ich außerdem im Besitz eines internationalen Führerscheins in der Klasse BE. Und dann kommen da noch Vorbereitungen für den Kurzzeiteinsatz in Moldawien hinzu.

Bevor man sich in eine längerfristige Arbeit investiert, muss man bei OM einen Kurzzeiteinsatz absolviert haben. Vor einem halben Jahr hatte ich die Infobroschüre für 2008 in der Hand und stieß auf folgende Beschreibung:

"MOLDAWIEN, Osteuropa, früher kommunistisch, heute das ärmste Land Europas. Die Menschen arbeiten hart, das Leben in den Dörfern ist mühsam. Einsätze werden in internationalen Teams in den Dörfern stattfinden – unter einfachsten Bedingungen. Zugleich ist es inmitten all der Hoffnungslosigkeit wunderbar zu sehen, wie Gott sein Reich baut. Du hast die einmalige Möglichkeit mit einheimischen Geschwistern und Gemeinden Kontakt zu haben und zu leben. (...)"
Diese Einsatzbeschreibung hat mich total angesprochen. Da ich die Global Challenge-Kosten selber finanziere, fielen einige andere Einsätze sowieso raus. Außerdem wollte ich nicht wieder den Wohlstand bzw. die westliche Kultur sehen. Ich wollte meine Augen mal für den größeren Teil der Weltbevölkerung öffnen. Und mich interessiert die Lebendigkeit mancher Gemeinden bzw. Christen in armen Ländern. Gott ist weder durch Wohlstand, noch durch Armut tot zu kriegen.

Auf jeden Fall kommen wir mit unserem kleinen internationalen Team, um einer Gemeinde vor Ort zu helfen. Bei diesem Missionseinsatz geht es vor allem darum, Gottes Liebe durch praktische Hilfe weiter zu geben: Wir bauen einen Spielplatz für Kinder. Natürlich werden wir zwischendurch auch ein Kinderprogramm anbieten. Von der moldawischen OM-Zentrale habe ich bereits ein Skript über geplante Spiele erhalten. Wir werden bei unterschiedlichen Pirvatpersonen aus der örtlichen Gemeinde übernachten. Es könnte sein, dass meine Gastfamilie kein fließendes Wasser oder keine im Haus integrierte Toilette hat. In den Unterlagen von OM Moldawien steht mit einem Smiley geschrieben, dass ich vielleicht auf dem Boden oder gemeinsam mit der Großmutter des Hauses in einem Bett übernachte.

In diesem Sinne - ab ins Bett, noch einmal Luxus genießen. In ungefähr elf Stunden geht es los!

Wow, die Zeit rennt...

Dienstag, 17. Juni 2008

Was mich bald erwartet - Ein Überblick

Liebe Freunde,

im aktuellen Gemeindebrief der Ev. Kirchengemeinde Nümbrecht ist ein Interview abgedruckt, in dem unser Jugendreferent Stefan Pentzek ein paar Fragen zu meinem Auslandseinsatz stellt. Es fasst das Vorhaben ganz gut zusammen, weshalb ich damit mein Logbuch offiziell eröffne.

Gruß, Daniel

"Immer wieder einmal lassen sich junge Leute zu einem missionarischen Dienst außerhalb des „sicheren“ Gemeindebootes herausfordern. Ab Ende August wird Daniel Mombartz mit der Missionsgesellschaft OM (Operation Mobilisation) einen 2-jährigen Missionseinsatz auf der MV DOULOS machen. Dazu hat Stefan Pentzek ihm einige Fragen gestellt.

1.) Daniel, erzähl uns kurz, was die DOULOS für ein Schiff ist und was eigentlich damit für ein Dienst getan wird.
Die DOULOS hat einen riesigen Büchermarkt an Bord, für den sie überall auf der Welt bekannt ist. Menschen, die sonst keine oder nur wenig Chancen auf Bildung haben, können auf dem Schiff essenzielle, wissenschaftliche und auch christliche Literatur zu einem Bruchteil ihres Preises kaufen. Die Schiffsbesatzung stellt sich in jedem Land auf die jeweiligen Bedürfnisse ein und leistet Dienste zur interkulturellen Verständigung, schult Menschen für ein hoffnungsvolleres Leben oder leistet ganz praktische Hilfe.

2.) Was ist deine Motivation, einfach einmal 2 Jahre deiner Zeit dieser Arbeit zur Verfügung zu stellen?
Nach der Beendigung meiner Ausbildung zum Fachinformatiker möchte ich herausfinden, ob ich später lieber acht Stunden pro Tag dem Wirtschaftsapparat dienen möchte oder direkt den Menschen. Während der Zeit hoffe ich mich also mit meinen Gaben entfalten zu können und mir über Gottes Willen für meine Zukunft klar zu werden. Denn wofür er mich geschaffen hat, das wird mich am meisten erfüllen.

3.) Was wird dich auf dem Schiff erwarten, welche Dinge wirst du wahrscheinlich tun?
Ich werde mich zuerst in ein 320 Mann starkes Team einfinden, das aus über 50 verschiedenen Nationen zusammengestellt ist. Dort übe ich mich dann in der Verständigung auf Englisch, während ich anfangs als Matrose auf Deck, im Maschinenraum oder in der Küche arbeite. Später werde ich wahrscheinlich in die Computerabteilung gehen, da ich dort wegen meiner Ausbildung am besten dienen kann.

4.) Wie geht es jetzt weiter, wann reist du genau ab und wohin?
Ich werde nach meinem Abschluss erst mal einen zweiwöchigen Kurzzeiteinsatz in Moldawien machen. Dies ist für alle Einsatzteilnehmer Pflicht, damit sichergestellt ist, dass sie für diese Art von Arbeit geeignet sind. Danach werde ich so viel wie möglich noch mit Freunden unternehmen. Am 19. August reise ich aus nach Holland, wo die „Global Orientation“-Konferenz stattfindet. Dort werde ich mit anderen Leuten von OM auf den Einsatz im Ausland vorbereitet. Ende August komme ich dann auf das Schiff, welches zu dieser Zeit in Australien/Sydney ankern wird.

5.) Welche Unterstützung wünschst du dir von uns als Gemeinde für diese Zeit?
Alle Mitarbeiter auf dem Schiff, den Kapitän eingeschlossen, arbeiten finanziert über persönliche Spenden. Auch für meine Arbeit werden Spenden gebraucht. Neben moralischer Unterstützung über Briefe und Mails würde ich mich sehr freuen, wenn ihr im Gebet hinter mir steht! Es wird sicherlich nicht immer alles glatt laufen. Von Erfahrungsberichten weiß ich: Gebet macht den Unterschied!

Vielen Dank, Daniel, wir wünschen dir Gottes Segen und Bewahrung für diese Zeit!

Daniel Mombartz wird am 17. August im Gottesdienst in Winterborn ausgesandt. Wer Daniel unterstützen möchte, bekommt dort (oder auch bei Jugendreferent Stefan Pentzek) genauere Informationen."