Posts mit dem Label Erlebnisberichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erlebnisberichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 29. April 2010

Kassensystem fertiggestellt!

Das Kassensystem, für dessen Installation ich verantwortlich war, ist eingerichtet und betriebsbereit. Ich habe es im neuen Bücherbus eingebaut, der ebenfalls gerade erst fertiggestellt worden ist. Die Schwierigkeit bei diesem Projekt war die mobile Verbindung zu unseren Servern.

Die IP-Adresse des Computers ändert sich ständig, wenn die Verbindungsqualität zu den Mobilfunkmasten abnimmt und der 3G-USB-Adapter sich ständig neu in das Internet einwählt. Jedes Mal, wenn dies passiert, dauert es technisch bedingt mindestens fünf Minuten, bis die Identifizierung wieder funktioniert. Leider entstehen so Wartezeiten für den Kreditkarten-Käufer im Falle des Falles. Aber damit müssen wir leben...

In Carlisle gibt es jetzt wieder einen christlichen Buchladen, einen besonderen sogar, und die Freude war groß bei der Einweihung. Die Reportage markiert den Abschluss meines Projektes!

Das Geld für unseren Bücherbus wurde durch das second-hand-Geschäft einer lokalen Heilsarmee-Gemeinde erwirtschaftet. Die Frau im Interview war sehr bescheiden und erwähnte die Spende ihrer Gemeinde nicht. Geschäftsleute können einen riesigen Beitrag leisten an unserer Arbeit! Einen Beitrag, ohne den es nicht geht...

Sonntag, 14. März 2010

Deutschland – 2 Wochen

Deutscher Boden unter den Füßen – wow – es ist lange her, aber dennoch real. Der Bahnhof, die Bäckerei, die Gesichter, alles eigentlich noch ziemlich vertraut. Ich bin wieder zu Hause! Wenn auch nur zwei Wochen… Aber in zwei Wochen kann viel passieren. Speziell dann, wenn es darum geht, geballte Erlebnisse aus 1,5 Jahren mit Gott und der Welt in (deutsche) Worte zu fassen.

Eigentlich eher kurzfristig war entschieden worden, dass ich kurz zu Hause vorbei schauen kann, bevor mein zweijähriger Einsatz in England weiter geht. Dadurch hatte ich die Chance, meine Unterstützer und Freunde wieder zu sehen, nicht zu vergessen meine Familie natürlich. In wenigen Tagen gab es unzählige Wiedersehen mit alten Freunden. Am Sonntag feierten wir gemeinsam Gottesdienst in Nümbrecht (Winterborn), wo ich auch offiziell meine Dankbarkeit gegenüber der ganzen Gemeinde für die Aussendung und Unterstützung während der Zeit aussprechen konnte. Lobe den Herrn meine Seele!

DSCF4942Je nach Interesse habe ich sehr oft auch davon erzählen können, wie ich Gott in der vergangenen Zeit erlebt habe. Beim sozialmissionarischen Einsatz auf der Doulos ging es nicht um das Schiff, sondern um den Herrn und seine Liebe für den Menschen. Trotzdem ist das Schiffsleben selbst etwas Unvergessliches. Über die Arbeit von OM Ships werde ich in Zukunft noch weiter berichten. Außerdem gilt es noch eine Frage zu klären – Was geschieht nun mit der Doulos?

Sonntag, 14. Februar 2010

Endspurt – Letzte Tage der Doulos

Dies sind harte Tage. Die Arbeiten an Bord laufen auf Hochtouren: Wertvolles muss identifiziert und gepackt werden, Containerlisten werden erstellt, wir mailen und telefonieren mit dem Management auf Empfängerseite und minütlich hebt ein großer Kran palettenweise Materialien von Bord. Die Satellitenanlage wurde schon abgebaut und unser USB-UMTS-Stick (unsere Aushilfs-Internetverbindung) bricht unter der Datenlast ständig zusammen. An einigenTagen arbeite ich bis in den späten Abend hinein; von meinem Arbeitsstuhl bekomme ich starke Rückenschmerzen. Selten werde ich krank, aber dieses Mal haut es mich um: Nach einem Mittagsessen bekomme ich den stärksten Durchfall, den ich je erlebt habe, drei Tage lang. Gut, dass auf dem Schiff die Toilette nicht weit entfernt ist, so kann ich mich weiter um das Internetproblem kümmern und bleibe für die Leute erreichbar.

Durch die Krankheit wird mir von Gott her aber gleichzeitig klar: Die Lösung des Problems (mit den vielen Dingen, die zu erledigen sind) liegt nicht darin, aus eigener Kraft dauerhaft Überstunden zu machen, sondern stattdessen die gegebene Problematik dem Herrn anzuvertrauen. Als direkte Bestätigung meiner Erkenntnis erfahre ich plötzlich davon, dass trotz des Chaos jemand mit Büro-Erfahrung verfügbar geworden ist, um einige meiner Aufgaben zu übernehmen. Innerhalb von einem Tag kann Shirley Booth (Neuseeland) die Abteilung wechseln; So schenkt unser Vater mal wieder die beste Lösung! Warum nicht immer mit Ihm rechnen? Er hat unsere Arbeit schließlich bis in diese Tage geführt…

m20123[1]Wie es in der Pressemeldung auf der Doulos-Homepage zu lesen ist, hat George Verwer, der Visionär und Gründer der Organisationen OM und GBA Ships, in diesen turbulenten Tagen unsere Crew besucht und von der Doulos Abschied genommen. Obwohl er neben den vielen Projekten und Konferenzterminen immer wieder mal seine Schiffe besuchen kommt, hatten die meisten aus der Crew ihn bisher noch nicht kennen gelernt. Nun kam er gerade noch rechtzeitig. Dieses Mal hatte ich die Chance, persönlich mit ihm zu sprechen und seine Reisetasche aus dem Trockendock heraus zu tragen. Nach seinem Besuch flog er nach Indien weiter, um dort nun auf unterschiedlichen Konferenzen zu sprechen.

Mittwoch, 27. Januar 2010

WINTERSCHLUSSVERKAUF Alles muss raus!

Die Doulos muss bis zum 31. März an ihrem neuen Bestimmungsort liegen, deshalb hat die Leitung von GBA Ships entschieden, sie auf dem internationalen Markt zum Verkauf anzubieten. Aus Indien, Südafrika, Korea, Singapur und anderen Ländern kommen gerade Interessenten an Bord zur Inspektion. Der Metallpreis der 95-jährigen Dame beträgt 1,5 Millionen Euro. Ist es nicht traurig, wie ein einzigartiges, historisches Schiff auf seinen puren Metallwert reduziert wird? Allerdings wird hier die Aneinanderreihung von Wundern deutlich: Wir haben die dreifache Lebensdauer eines zertifizierten Passagierschiffes erreicht!

In diesen Tagen herrscht viel Druck bei uns inder IT-Abteilung. Meine Teamkameraden Bridget (Australien), Yuriy (Ukraine), Jay (Korea) und Pim (Niederlande) führen ihren Einsatz an anderen Stellen fort und ich bleibe mit ca. 150 Leuten übrig, um die Systemadministration zu Ende zu bringen.

Was passiert mit unserem wertvollen Equipment an Bord, das noch ein großer Segen für Bedürftige sein würde? Was passiert mit Wasch-, Bohr- und anderen Maschinen und wohin geht unser Werkzeugmaterial, die Ersatzteile, die Schulausrüstung, die Autos und die vielen Computer? Man möchte am liebsten das halbe Schiff zu unseren vergangenen Häfen schicken, etwa nach Ost-Timor, zu den Phillipinen oder nach Kambodscha. Das Problem dabei: Der Transport per Post oder Container von Singapur aus ist so teuer, dass man viele Dinge zum selben Preis in den Ländern vor Ort neu kaufen könnte! Unser Corporate Services Manager Matthias Bosch (Mein Boss aus Deutschland) arbeitet hart daran, mögliche Wege herauszufinden.

Fakt ist, dass wir von der IT-Abteilung nur unsere Notebooks an unser Schwesterschiff Logos Hope weiter geben und den Rest des Inventars spenden werden. Die meisten Bürocomputer werden mit Displays und Zubehör an die humanitäre Organisation Mercyteams International gehen, welche in Singapur ihre Hauptzentrale hat und die Computer und anderes Equipment von dort aus weiter verteilen kann.

Alles muss raus! Heute wurde durch einen Anruf bestätigt, dass morgen die erste Ladung von Bord geht: Irgendwie musste ich jetzt schnell und wiederherstellungs-sicher 25 Computer gereinigt bekommen. Wie lässt sich auf so vielen Computern in kurzer Zeit die Festplatte löschen?

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Weihnachten in Singapur

Wir liegen waehrend der Weihnachtstage in Vivo City, direkt gegenüber eines riesigen Einkaufshauses. Es sieht genau so aus wie auf dem Bild meines vorvorletzten Logbucheintrags. Traumhaft, unsere letzte offizielle Anlegestelle! Einige Leute der Besatzung habe ich schon verabschieden müssen; Sie sind schon heim gereist oder führen ihren Einsatz in anderen Teilen der Welt fort.

Wie und wann es bei mir weiter geht, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass ich fuer das Herunterfahren der IT-Systeme zuständig sein werde, denn der Rest des Teams reist früher ab.

Freitag, 20. November 2009

ENDE der Seefahrt!

SCHOCK LASS NACH: Wir stellen unseren Dienst ein!

Während wir im Trockendock umfassende Arbeiten am Schiff selbst und an unserem Equipment durchführten, untersuchten unabhängige Prüfer die Doulos für die anstehende Verlängerung unseres Passagierschiff-Zertifikates. Das Ergebnis: Wir können den Hafen Singapur nicht wieder verlassen!

Doulos im Trockendock

Ein Ausschnitt aus der offiziellen Pressemitteilung erklärt, warum diese Entscheidung vorgestern getroffen wurde: (übersetzt)

“Ersten Angaben zufolge würden die anstehenden Arbeiten über zehn Millionen Euro kosten und fünf Monate dauern. Das Leitungsteam von OM Ships und der Vereinsvorstand sehen es als unangemessen an, Ausgaben in dieser Höhe in das Schiff zu investieren, da der Dienst der Doulos zeitlich befristet sein würde.

Peter Nicoll, Geschäftsführer von OM Ships International sagt: „Das Ergebnis all dessen ist, dass es nicht möglich ist, den Dienst der Doulos fortzuführen. Keiner von uns hat das erwartet und es hat ernsthafte Konsequenzen für jeden an Bord, für diejenigen, die im Januar auf das Schiff kommen wollten und für die Häfen, die wir besuchen wollten.” (…)

Das Schiff mit den höchsten Schifffahrtsbedingungen konform zu halten, ist eine wesentliche Herausforderung der vergangenen Jahre gewesen. Dies ist ein bemerkenswertes Zeugnis an die Professionalität und Hingabe des technischen Personals der gemeinnützigen Organisation, sodass das Schiff bis heute alle Schifffahrtsbedingungen erfüllen konnte.

Geschäftsführer Peter Nicoll erklärt: „Wir anerkennen Gottes Treue während dieser 32 Jahre des wunderbaren Dienstes dieses Dieners – Doulos – als einen bemerkenswerten Teil von OM, mit über 600 besuchten Häfen in über 100 Ländern. Die Leben vieler, von Besuchern wie auch von Mitarbeitern an Bord, wurden grundlegend verändert.””

Ja, es kam überrascht, nicht nur für mich. Als Besatzung haben wir den Prozess hautnah miterlebt. Im Trockendock arbeiteten wir täglich zehn Stunden für die Zukunft des Dienstes der Doulos. Dauernd stand die Frage im Raum: Lohnt es sich, diese Arbeit noch auszuführen? Es gibt zwei Gründe dafür, trotzdem sein Bestes zu geben: Erstens könnte das historische Schiff für einen anderen Zweck gekauft werden und zweitens freut sich Gott, wenn wir unserer Verantwortung gerecht werden, die er uns übertragen hat.

An meinem Einsatz wird sich nun viel ändern. Mehr Informationen dazu bald hier…

Donnerstag, 12. November 2009

IT im Trockendock

Jay (S. Korea) und Daniel Alle Jahre wieder… Wir fahren ins Trockendock! Ist das nicht wunderbar: Dieses Jahr bin ich an Bord während wir im Trockenen stehen und die alte Dame pflegen. Ja, die Doulos ist 95 Jahre alt, was sie zum Publikumsmagneten macht, aber sie will auch gepflegt werden.

Dieses Jahr werden auch wieder Inspektionen durchgeführt. Es geht darum, unser Passagierschiff-Zertifikat nocheinmal verlängert zu bekommen. Es läuft im Semptember 2010 ab, zum offiziellen Enddatum meines Einsatzes.  Wegen der Arbeit am Schwesterschiff Logos Hope ist noch kein Ersatz für die Doulos gefunden worden.

Was wird an Bord gemacht? Eine ganze Menge: Zum Beispiel muss die Schule abgebaut werden, um den zu dünn gewordenen Metallboden zu erneuern. Die Rettungsboote, Stromgeneratoren und der Buchladen bekommen eine Generalüberholung, Rohre werden ausgetauscht und in der IT-Abteilung können wir endlich wieder Aufgaben erledigen, die schon Lange überfällig sind. Das ist überhaupt DER Grund meiner Begeisterung: Endlich können wir für langfristigere Verbesserungen arbeiten, anstatt täglich Probleme zu beheben. Im normalen Doulos-Alltag ist unser fünfköpfiges Team viel zu beschäftigt mit der Unterstützung unserer Büros und der vielen Benutzer, die täglich vorbei schauen.

Die Informationstechnik ist für unsere Operation von zentraler Wichtigkeit, weil die Computer zum essentiellen Arbeitsmaterial geworden sind. Nichts geht mehr ohne…

Reparatur Kassensystem BuchladenDieses Foto zeigt mich bei der Reperatur des Kassensystems vom Buchladen, ich habe es provisorisch in einem leeren Büro aufgebaut und suche nach der Ursache, warum auf einem der Systeme die Kreditkaten nicht funktionieren. Liegt es am Kartenleser, einer Softwareeinstellung, dem Netzwerk oder etwa an unserem Server?

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Vivo City Singapur

Doulos in Vivo CityZurzeit befinden wir uns noch in Vivo City, Singapur, an einer wunderschönen Anlegestelle. Letzes Jahr lagen wir an derselben Anlegestelle; damals war ich aber auf meinem zweiwöchigen Landeinsatz auf der indonesischen Insel Java.

Mein Highlight dieses Mal ist es, mit einem Team eine deutsche Schulklasse zu besuchen. Ich habe seit einem Jahr schon keine deutsche Kultur mehr erlebt und ein weiteres Jahr folgt… Als wir den Schulhof betraten kam ich mir wirklich wie in Deutschland vor, obwohl die Vegetation eher an Asien erinnert. Wie auch bei uns an Bord kommen die Eltern von einigen Kindern aus zwei verschiedenen Kulturen. Aufgrund des Berufes der Eltern wohnen alle gerade in Singapur.

Nach dem Unterricht haben wir gemeinsam mit den Kindern einen Klassenausflug zur Doulos gemacht. Schon im Bus erzählten wir uns gegenseitig, was wir sonst so im Leben machen. Das war spannend und ich gewann zwei neue Freunde!

Ich hoffe, dass sich die Kinder an die Werte erinnern, die wir  in den zwei Unterrichtsstunden vermittelt haben. Trotz unserer Unterschiede ist es möglich, in Frieden miteinander zu leben. Zum Schluss des Unterrichts habe ich unseren Schlüssel zum Frieden verraten: Vergebung. (Im Alltag können wir nur begrenzt vergeben, solange wir die Kraft dazu nicht aus unserer Beziehung zu Jesus Christus schöpfen können. Der Grund dafür, dass mich Wunden aus meiner Kindheit und Schulzeit heute nicht mehr verfolgen, ist, dass ich alle meine Wunden zu Jesus gegeben habe und dort tatsächlich los geworden bin!)

Dienstag, 29. September 2009

Video-TOUR an Bord!

Hi,

dieser Logbucheintrag bringt etwas ganz Besonderes: Einen virtuellen Besuch an Bord des ältesten hochseetüchtigen Passagierschiffes der Welt! Ich habe meine Kamera die ganze Zeit laufen lassen, während ich wie ein normaler Gast die Doulos besuchte. Wie ist es, die Landungsbrücke hochzulaufen, wo begegnet man der internationalen Crew und wie sieht der weltweit zweitgrößte schwimmende Buchladen aus?

Seht selbst!

Nach unserem schoenen Aufenthalt in Kambodscha haben wir in Thailand (Bangkok) und Malaysia angelegt: Kota Kinabalu und zurzeit Pasir Gudang. In Kota Kinabalu nahm ich mir meinen ersten Urlaub (internationale Tauchlizenz erworben und Sabahs Korallenriffe gesehen)und erlebte sehr gute Einsätze. So ging es weiter hier in Pasir Gudang: Kuerzlich war ich an einem Hilfsprojekt beteiligt, das zusammen mit Geschäftsleuten vom Rotary Club durchgeführt wurde. In einem Waisenheim für geistig behinderte wurden die Gebäude gestrichen.

Während dieser Arbeiten beschäftigte ich mich als Clown verkleidet mit den Waisen. Dort nutzte ich zum ersten Mal Modellierluftballons. Ich habe mir eine professionelle Clownnase aus Amerika angeeignet, die ganz ohne Gummiband auf meine Nase passt. Die konnte ich von dem Clown bekommen, der oben im Video zu sehen ist. Besonders fuer mich in Thailand und Malaysia war es auch wieder, unterschiedliche Menschen verschiedener anderer Religionen im wirklichen Leben kennen zu lernen.

Ich frage mich, wie es euch allen geht? Hinterlasst ruhig mal ein Kommentar oder schreibt mir ne Karte an die Doulos adressiert wie folgt: Alte Neckarelzer Str. 274821 Mosbach, Germany. Ganz liebe Grüsse nach Hause!

Daniel

Dienstag, 21. Juli 2009

Kurzeinsatz Kambodscha

War für drei Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Dort haben wir in einem Mini-Jugendzentrum übernachtet und bei der Jugendarbeit mitgeholfen. Die Jungen Leute stammen aus Nebenprovinzen und haben dort eine geringe Chance auf eine Ausbildung oder Arbeit.

Einer der Jugendlichen hat sich mit einem Englisch-Wörterbuch ein sehr gutes Englisch beigebracht, indem er englischsprachige Zeitungen kaufte und durcharbeitete. Er wünscht sich, ein umfangreicheres Wörterbuch kaufen zu können. Sein Traum ist es, irgendwie ein Studium machen zu können, wozu ihm aber kein Geld zur Verfügung steht. (Jeder durchschnittliche deutsche Auszubildende wäre in der Lage, ihm das Studium finanzieren) Er wird am Samstag zur Doulos kommen und ich spiele mit dem Gedanken, ihm eines unserer Collins-Wörterbücher an Bord zu kaufen.

Eine weitere prägende Erfahrung für mich war es an unserem letzten Tag in eine Kleidungs-Fabrik zu gehen. Die koreanische Besitzerin hat die Fabrik mit heute 800 Arbeitern vor sieben Jahren aufgebaut. In Kambodscha lernte sie vor fünf Jahren Gott persönlich kennen (das ist eine weitere Geschichte), was ihr Leben und v.a. das Unternehmen maßgeblich veränderte. Vor zwei Jahren schließlich hat sie eine Morgenandacht für alle Fabrikarbeiter eingeführt, bei der mein Team diesmal etwas zum Thema "Moral und Ethik am Arbeitsplatz" beitragen sollte. Unser Anspiel schienfür die Arbeiter ziemlich ungewöhnlich und erheiternd gewesen zu sein und gab mir eine gute Grundlage für meine Erläuterungen, warum und wie wir an Bord der Doulos trotz engem Raum und kultureller Unterschiede in Frieden leben können.

So konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Fabrikproduktion in einem Entwicklungsland von innen sehen.

Freitag, 3. Juli 2009

Handball in Hong Kong

Am letzten Montag wurden Yiury (Ukraine) und ich von einem Kanadier zum Essen eingeladen. Vom Schiff aus führte uns der nette Mann in ein 20 Minuten entferntes Restaurant, das im oberen Stockwerk eines Hotels gelegen ist. Wow, gutes Essen! So gut, dass wir über zwei Stunden dort zubrachten.

Plötzlich passierte etwas völlig Ungewohntes: Hinter mir sprachen Leute auf Deutsch. Eine Gruppe großer, breitschultriger junger Männer betrat den Raum. Sie besetzten eine ganze Tischreihe nicht weit von uns entfernt. Dass es sich hier um Handballer handeln müsste dachte ich mir direkt. Es war die deutsche Herrenmannschaft des SG BBM Bietigheim, wie sich an der Salatbar in einem Gespräch herausstellte, zurzeit spielt Bietigheim in der 2. Liga und liegt auf Platz 4. Nun, das ist nur der erste Teil der Geschichte.

Wie durch ein Wunder war ich heute nämlich wieder in dem Restaurant. Eine Teambildungsmaßnahme für unser IT-Team an Bord, dem ich übermorgen zustoße. Auch diesmal schmeckte das Essen vorzüglich und es kostet nicht viel mehr als ein BigMäc-Menü in Deutschland. Und auch heute besuchte uns wieder eine Sportlergruppe, alle etwas kürzer gebaut als die Deutschen am Montag: Das Team aus dem Iran! Ich staunte nicht schlecht, auch über die Ironie des Zufalls. Sie besetzten die gleiche Tischreihe wie das gegnerische Team zuvor! Mit einem Lächeln erzählte ich einem Spieler dass unsere Landesvertreter zuvor schon da waren. Es entwickelte sich eine kurze Unterhaltung, bei der mich die Freundlichkeit und Persönlichkeit der Iraner echt beeindruckte. Die Menschen im mittleren Osten und in Asien haben eine sehr warmherzige Kultur. Das Team aß relativ zügig und stand dann auf, wobei zwei von ihnen extra nochmal um die Ecke kamen um sich zu verabschieden.

Morgen ist Spieltag in Hong Kong: Deutschland gegen Iran. Beide Teams sind gut im Rennen und haben bisherige Runden gewonnen. Ich wünschte ihnen ein gutes Spiel und fairplay. Zuschauen kann ich leider nicht, denn morgen startet schon unsere fünftägige Reise nach Kambodscha...

Samstag, 20. Juni 2009

Gott vertrauen?

An Bord referiert in diesen Wochen ein Professor von einer amerikanischen Universität über Kirchengeschichte. Christentum wäre heute undenkbar, wenn es nicht unzählige Menschen in der Vergangenheit gegeben hätte, die das (Lebens-)Risiko eingingen und ihr Vertrauen voll auf Gott setzten. So ist Unmögliches möglich geworden und bis heute konnten durch keine Macht der Welt weder die Bibel noch Jesu Nachvolger ausgerottet werden.

In wie weit ist Gott vertrauenswürdig? Durch verschiedene Menschen und Jesus hat er sich und seine Liebe offenbart; In seinem Wort, der Bibel, hat er eine Menge Versprechen gegeben gegenüber allen, die er seine Kinder nennt. Ich würde es als ziemlich vertrauenswürdig bezeichnen, dass er es durch Jesus grundsätzlich jedem ermöglicht, eine lebendige Beziehung mit ihm einzugehen und seine Vertrauenswürdigkeit selbst zu erfahren. Wer sich nicht darüber im Klaren ist ob es Gott wirklich gibt und ob sein Absolutheitsanspruch (Er ist der einzig wahre und lebendige Gott) ernst zu nehmen ist, dem gilt die freundliche Einladung es auszutesten.

Wer hat schon mal einen Faith Trip unternommen? Dabei handelt es sich um eine Unternehmung auf Vertrauensbasis, die ohne eine lebendige Beziehung zum "Vater" eigentlich nicht möglich bzw. sinnlos ist. Eine solche Unternehmung habe ich gerade hinter mir (in Hong Kong). Nur zwei Stunden reichten, um mich total zu begeistern und um neu aus der Beziehung zu Gott heraus inspiriert zu werden! Deswegen schreibe ich diese Zeilen. Detailerfahrungen eventuell in einem folgenden Logbucheintrag, per Mail oder in meinem Rundbrief.

Nochmal das das Wichtigste aus diesem Eintrag: Der Herr ist vertrauenswürdig, wers nicht ausprobiert verpasst das Beste! Es geht ums Leben. soli deo gloria!

Freitag, 29. Mai 2009

Sabbatwoche

Seit gestern läuft an Bord der Doulos alles anders. Eine Woche lang werden wir im Hafen Keelung in Taiwan vor Anker bleiben und dabei (fast) gar nichts tun! Eigentlich kaum vorstellbar. Aber doch: Anstatt täglich tausende Besucher in unserem zu Hause willkommen zu heißen, bleiben wir in diesen Tagen völlig unter uns um zu ruhen, Gemeinschaft zu haben und aufzutanken. Ausschlafen - Essen - Andacht - Freizeit. Das bedeutet einmal länger am Tisch sitzen zu bleiben statt zur Teambesprechung zu gehen und etwas spontan zu unternehmen anstatt einem Plan zu folgen. Das bedeutet über Vergangenes nachzudenken öfter auch mal gar nichts zu machen. Das bedeutet, an Gott abzugeben und von ihm zu empfangen. Diese Tage sind 100% zum Auftanken reserviert.

Für genug geistliche Nahrung sorgt der Gastredner Dr. Philip Lyn, ein Midiziner und Pastor aus Malaysia. Er ist so sympathisch wie er angekündigt wurde und der erste Vortrag heute Morgen war wirklich der Hammer. Es ist echt ein Privileg an Bord zu sein und so viele gute Predigten und Trainings zu erhalten. Wir sind gespannt auf seine Nachricht bzw. auf das, was Gott ihm ins Herz gelegt hat, denn wir beten schon lange dafür.

Ich will in diesen Tagen mal durch meine Fotos von den vergangenen Ländern gehen und eine kleine Auswahl online bereitstellen. Heute habe ich einen wunderschönen Spaziergang mit meinen deutschen Freunden durch enge Pfade zwischen Häusern der Stadt gemacht. Die Landschaft in Taiwan bzw. hier in Keelung/Taipei ist hügelig, sobald man sich vom Hafenbecken entfernt.

Dies ist nur eine von vielen unglaublichen Makroaufnahmen, die ich bisher mit meiner kompakten Fuji machen konnte.

Raupe in Taiwan.

Dienstag, 21. April 2009

IT-Büro und Bubble Tea

Es wird asiatischer... Gerade befinde ich mich in Kaohsiung, Taiwan. Fast keiner spricht hier Englisch! Wir haben über dreißig Übersetzer an Bord, die genau wie wir auf freiwilliger Basis im Buchladen und in allen Programmen aushelfen... In der Stadt liest sich alles in chinesischen Schriftzeichen, nur auf Straßenschildern stehen zusätzlich englische Namen.

Die ersten Wochen im Hafen habe ich für Bridget (Australien) im IT-Büro gearbeitet. Durch die Administrationsrechte konnte ich vieles tun und mich in die verschiedenen Systeme an Bord einloggen. Interessant war es vor allem mit unserem Onboard-Satelliten zu arbeiten.

Im Buchladen haben wir jetzt vier Flachbildschirme, auf denen Infos gezeigt werden! Eine sinnvolle Spende eines Taiwanesen! Ich habe die aus dem IT-Büro mitgenommen und bin nun für das System und die Schulung der anderen im Buchladen verantwortlich.

Dies ist meinem Team, mit dem ich ein Programm in einer jungen Studentengmeinde durchführte. Vier Leute meines Teams sind neue Crewmitglieder seit Februar. Kaitlyn (USA) hat Bubble Tea in der Hand. Das ist eiskalter Tee mit Milch und gelatineartigen Kugeln. Funktioniert nur mit dickem Strohhalm und schmeckt ziemlich gut! Das Getränk gibt es auch schon in anderen Ländern. Wann wird Deutschland von der Bubble Tea-Welle erreicht?

Donnerstag, 2. April 2009

Unwetter vor Taiwan

Ahoi! Zurzeit befinden wir uns auf der Reise nach Kaohsiung, Taiwan. Was für eine Reise! Eigentlich fing alles ganz harmlos an.

Gestern war mein zweiter Arbeitstag im IT-Büro. Bridget (Australien) vom IT-Team ist für zwei Wochen nicht an Bord, deswegen arbeite ich stellvertretend für sie. Ich bekam erklärt, wie man die aktuellen Daten unseres Satellitenempfängers fürs Protokoll im Serverraum ausliest. Darüber vergaß ich schon ganz, dass ich normalerweise zu dieser Zeit mit den anderen den Buchladen zusammenpacken würde.

Unser Schiff hatte den Hafen von Malaysia verlassen und befand sich nun auf hoher See. Über die Lautsprecher kam eine Durchsage vom Kapitän, dass der kommende Abend voraussichtlich relativ ruhig verlaufen müsste. Es stellte sich aber ein starker Gegenwind ein, der das Meer aufwühlte. Irgendwann fiel dann der erste Kuli vom Tisch, entgegen den Erwartungen war das Meer doch relativ rau geworden. Der Härtetest sollte aber erst heute kommen...

Heute war es richtig RAU! Draußen auf dem Deck wehte der Wind so stark, dass ich mich richtig festhalten musste. Ein ständiges Auf und Ab. Unbeschreiblich, 6000 Tonnen wie ein Spielball im Wasser! Die Spitze der alten Dame (wie wir die 94-Jährige Doulos manchmal nennen) hebt sich bei hohem Wellengang weit über den Horizont hinaus und fährt anschließend mit hoher Geschwindigkeit zurück in die Tiefe. Kein Wunder, dass man innen nur schwankend laufen kann! Jedenfalls möchte ich euch jetzt gerne mal sehen lassen, was Worte allein nicht beschreiben können.

Dienstag, 17. März 2009

Manila - Milch und Brot für Straßenkinder

Manila ist die Hauptstadt der Philippinen, im Stadtkern leben insgesamt 1,7 Millionen Menschen. Viele kommen von abgelegenen Dörfern und Provinzen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Eine Großzahl der Einwohner lebt in totaler Armut:

Sie übernachten mit der ganzen Familie und ihrem Baby draußen auf dem Boden. Manche bauen Hütten an Hausfassaden oder andere Hütten an. Sie bestehen aus Holz-, Plastik- und Blechmaterialien und können jederzeit abgerissen werden, denn sie stehen auf öffentlichem Grund! Wer Glück hat, mietet eine Wohnung im Betonhochhaus und damit auch einen Wasserhahn und eine Toilette. Oft teilen sich zwei Familien eine Wohnung. In einem solchen Hochhaus (auf dem sogen. "Smokey Mountain") kam ich mit einem Alkoholiker ins Gespräch und um es fortführen zu können lud dieser mich in seine Wohnung ein.

Nebenan hat eine lokale Gemeinde eine Wohnung gemietet und zur Kinderbibliothek umfunktioniert. Mein Team gestaltete dort gerade eine Kinderstunde. Die Frau des Pastors ist Lehrerin und bringt Kindern das Lesen und Schreiben bei, die nicht (mehr) zur Schule gehen. Einer ihrer ehemaligen Schüler ist sechzehn und hilft nun selber mit.

Fotoalbum: Milch und Brot für Straßenkinder

Das Pastoren-Ehepaar hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, den Straßenkindern morgens warme Milch und Brot zu bringen. Gestern gehörte ich zu einem Team, das die jungen Leute der Gemeinde dabei unterstützte. Wir brachen schon vor Sonnenaufgang um fünf Uhr morgens auf, da auf den Straßen Manilas später sonst kein Durchkommen mehr ist. Dies wurde für mich zum intensivsten und schönsten Kurzeinsatz, an dem ich je beteiligt war! (s. Fotoalbum)

Um das Bild von Manila zu vervollständigen, muss ich aber auch noch den Reichtum erwähnen: Manila hat gleichzeitig auch viele Einkaufshäuser (Shopping Malls), die innen gigantischer, moderner und sauberer sind als alles, was ich je zu Hause gesehen habe. Für Menschen mit Kapital ist hier alles verfüg- bzw. kaufbar. In der "Mall of Asia" - dem drittgrößten Einkaufshaus der Welt - gibt es neben Massage-Center und HD-TV beispielsweise auch eine Eislaufbahn, eine Hüpfburglandschaft und einen Kinopalast. Hat man die Sicherheitskontrolle am Eingangsbereich einmal passiert, könnte man fast vergessen, dass die wirkliche Welt da draußen ganz anders aussieht.

Samstag, 7. März 2009

Alles essbar!

Achtung- der Inhalt dieses Beitrages ist nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignet! Anklicken des Bildes auf eigene Gefahr.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich einfach nur mal festhalten, was ich schon alles gegessen habe:

  1. Balut (Philippinen, Iloilo Landeinsatz, siehe Foto rechts)
  2. Getrocknete Insekten (In meiner neuen Kabine, mit freundlicher Genehmigung von Andrew aus Kenia)
  3. Hund (Indonesien, Java Landeinsatz)
  4. Fischkopf (Malaysia, Gemeindebesuch)

Na, Appetit bekommen? :-)

Mittwoch, 25. Februar 2009

Iloilo Landeinsatz

Mein zweiter Landeinsatz war ein pures Abenteuer. Unsere Team-Aufgabe war es, verschiedene Gemeinden auf der philippinischen Insel Iloilo zu unterstützen. Innerhalb von fünf Tagen sollten wir neun Gottesdienste gestalten und sieben mal predigen. Von Anfang an stand fest: Jeder aus unserem vierköpfigen Team wird dran kommen...

Wir erlebten viele persönliche Herausforderungen, welche zwar unbequem waren, aber für das ganze Team ausnahmslos erfolgreich endeten. Ich führe das darauf zurück, dass wir dauernd für jede Kleinigkeit gebetet und gedankt haben. Nur Gott konnte so viel gelingen lassen bzw. geistliche Frucht schenken. Drei von uns haben nie zuvor richtig gepredigt aber von der Bibel wissen wir, dass Gott mit Vorliebe die Jungen, Unerfahrenen und Schwachen beruft. Ich selbst fühle mich überhaupt nicht wohl dabei, in kurzer Zeit herausfinden zu müssen, was Gott der Gemeinde sagen möchte.

Eines Morgens – ich wusste immer noch nicht was ich der Gemeinde am Abend weitergeben soll – fragte ich bei der Teambesprechung, ob ich den Vormittag mit Predigtvorbereitung verbringen dürfe, während die anderen gemeinsam mit dem Pastor eine Tür-zu-Tür-Evangelisation unternehmen. Die anderen konnten sich darauf überhaupt nicht einlassen und argumentierten, dass wir als Team zusammen gehören und ich deshalb mitgehen solle. Das war ein sehr schwieriger Moment für mich und mir fielen schon weitere Argumente für meine Position ein, doch plötzlich verspürte ich einen Frieden darüber mit dem Team zu gehen. So machte Gott also unserer Diskussion ein Ende und was blieb mir da anderes übrig, als Ihm zu vertrauen?

Fotoalbum: Iloilo Landeinsatz

Am Nachmittag entschied ich mich dafür, in meiner Predigt das Wissen zu nutzen, das ich mir mal durch mehrfaches Durchhören von Predigt-mp3s vor zwei Jahren angeeignet hatte. Dazu fand ich in der Bibel mehrere passende Verse. Am Abend stellte sich heraus, dass unser Herr viele Menschen durch die Predigt angesprochen hat und vor allem eine ganz neue Besucherin, die nur wegen unserer vorigen Tür-zu-Tür-Evangeliastion zum Gottesdienst gekommen war.

In der letzten Gemeinde sollten wir sogenannte Revival-Gottesdienste gestalten, an deren Ende gemeinsam mit den Gemeindeleitern persönlich für Heilung (seelisch/geistlich/physisch) gebetet werden sollte. Am letzten Tag kam eine Frau nach vorne und bezeugte, dass sie am vorigen Abend von starken Rückenschmerzen befreit worden war.

Gesund, dankbar und erstaunt schauten wir darauf zurück, was Gott in nur einer Woche mit und unter uns getan hat. Er erfüllte alle Versprechen. Preist Ihn!

Psalm 118,28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

Montag, 2. Februar 2009

Armut in Cebu

An manchen Morgenden in Cebu stand ich um sechs Uhr in der Früh auf, um den Tag ruhig zu starten und ungestört nachdenken zu können. Draußen an Deck konnte ich so bei Sonnenaufgang Bibel lesen. Allerdings sah ich von dort aus auch wie das Leben der Hafenarbeiter aussieht. Sie verrichten Schwerstarbeit mit Flipflops und ohne Sicherheitshelme.

Elf Meter vom Schiff entfernt stand ein Palettenstapel und ein offener Container, zwischen denen eine Plane gespannt war. Hier schlief eine sechsköpfige Familie ohne jegliche Privatsphäre unter freiem Himmel auf Holzpaletten. Weil einer von ihnen den den Hafenbereich fegt, dürfen sie sich hier einquartieren. Da direkt nebenan das Verladen von Säcken startete, wachte einer nach dem anderen auf. Etwas weiter weg holte ein älterer Mann mit einem Seil einen Eimer Meerwasser für sein morgendliches Bad. Gleichzeitig dient das Meer für viele aber auch als Toilette.

Zum Schutz vor Diebstahl müssen unsere Schiffsbesucher größere Taschen im Ticketstand hinterlegen. Eines Tages gab mir ein Mann aus der Stadt eine Plastiktüte und sein Kopfkissen zum Aufbewahren ab.

In den Philippinen haben wir sehr persönliche Beziehungen zu den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes vom Hafen aufgebaut. Sie bekamen kostenlose Mahlzeiten an Bord. Jeder von ihnen ist froh, einen Job zu haben. Sie erhalten einen Niedriglohn und arbeiten zehn, oft zwölf Stunden täglich. Für mich war es ziemlich schwierig beim Essen mit ihnen zu sprechen, weil sie ihr Essen in kürzester Zeit aufbekommen müssen.

Von der Doulos aus sind wieder unterschiedliche Hilfprojekte durchgeführt worden: Ich war u.a. an einer von mehreren Essensausteilungen für Straßenkinder dabei.

Freitag, 16. Januar 2009

Weihnachten 2008

Oh du meine Güte! Wir haben schon den 16. Januar! Liebes Logbuch, dich habe ich ja ganz vergessen! Naja, nicht ganz, aber... Ich war seeehr beschäftigt. Irgendwie folgte ein Ereignis auf das andere und die Tage vergingen bis heute wie im Flug. Ich spreche nicht von besonders großen Ereignissen wie dem Java-Landeinsatz, nein, es waren viele kleine. Täglich.

Auf der Doulos nahm das Leben rund um Weihnachten und Silvester seinen normalen Lauf mit viel Geschäftigkeit im Buchladen und Interaktion mit Besuchern. In einem riesigen Einkaufshaus haben wir außerdem zusammen mit jungen Leuten der malaysischen Heilsarmee ein aufwändiges Bühnenprogramm vorgeführt, um über den Sinn von Weihnachten zu informieren. Ein lokaler Hafenmitarbeiter nahm mich und ein paar andere mit zu einem Freiluft-Weihnachts-Chorkonzert seiner Gemeinde mit. Das war genial, es ging unter die Haut!

Als Crew waren wir eigentlich nur an den Feiertagen wirklich unter uns, feierten dafür aber mit persönlichen Beiträgen ausgiebig und kreativ. Bei unserem unglaublich reichhaltigen Weihnachtsfestessen wurden wir vom Kapitän, dem Direktor und anderen Leitungskräften bedient. An Silvester fand ein Crewkonzert mit Countdown draußen auf dem Autodeck statt. Anna Jung (Südkorea) sprang mit einem Karton voller schön vorbereiteter Bibelvers-Kärtchen für 2009 durch die Menge. Mein Vers passte genau auf die Dinge, die mich in diesen Tagen gedanklich beschäftigten.

Am ersten Weihnachtstag wurden von unserer Fotografin Andrea (USA) Crewfotos geschossen. In der hinteren Reihe sieht man mich winken. Liebe Grüße an alle Freunde daheim in Deutschland!

Danach ging der Schiffsalltag wieder weiter. Kurz vor unser Abreise überreichte mir eine malaysische Jurastudentin eine täuschend echte Kohlezeichnung von mir. Was für eine Überraschung! Das Gespräch und Handyfoto mit ihr vor ein paar Tagen hatte ich schon fast vergessen.

Dies ist nur ein Ausschnitt der Ereigniskette. Bald lade ich Fotoalben zu Singapur, Malaysia und den Philippinen hoch.