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Dienstag, 8. Juli 2008

MOLDAWIEN - Erlebnisse II

Moldawien - ärmstes Land Europas. Wie ist die Armut vorzustellen? Wieder in Deutschland angekommen, blicke ich zurück auf zwei unglaubliche Wochen und ein Team, das seines Gleichen sucht. Obwohl ich keinen der anderen Einsatzteilnehmer vorher kannte (ich war der einzige Deutsche), haben wir sofort Hand in Hand zusammengearbeitet. Das ist eine geniale Erfahrung!

Wenn man das Land betrachtet, kann man bestimmt von Armut sprechen. Am deutlichsten habe ich das an Gebäuden und Grundstücken gesehen.

Album: Kurzzeiteinsatz...
In städtischen Gebieten sind fast alle Häuser in irgendeiner Weise baufällig. Manche haben offene Stockwerke, abblätternde Farbe, löchrige Dächer, bröckelnde Mauern oder rostige Metallgitter. Auf den Grundstücken liegt und steht oft alles Mögliche herum, was wir in Deutschland auf den Schrott oder in den Sperrmüll werfen. Im Gegensatz dazu gibt es große Werbeplakate, welche zum Autokauf anreizen. Interessanterweise fahren hier viele Gebrauchtwagen (Autos, LKWs, Busse) aus Deutschland herum, beispielsweise Lieferwagen von DHL oder „Schreinerei Gustav Adolf“. Die Aufschrift wird einfach drangelassen! Das Bruttoeinkommen pro Kopf beträgt monatlich unter 50 $.

Wir haben uns als Team jedoch nicht mit der Stadt beschäftigt, sondern mit den Kindern und Jugendlichen. In den Englischstunden haben wir Nützliches mit Unterhaltsamem verbunden. Die drei Studentinnen aus Großbritannien sind darin ziemlich gut gewesen... Lustig waren die Lieder mit Handbewegungen, die wir den Kindern beibrachten. Am Ende der ersten Woche konnten die Kinder mit uns schon kleine Verkaufsgespräche führen. Auch die anderen Programmpunkte wurden gut angenommen. In einer Jugendstunde abends hatten wir das Thema Beziehung, wozu ich wertvolle Erfahrungen aus meiner Vergangenheit weitergeben konnte (mit Übersetzung). An anderen Stellen haben wir den Kindern auch über den Glauben geredet. Für jemanden wie mich, der kein Rumänisch spricht, ist das eine Herausforderung. Aber wir haben uns morgens an folgenden Satz erinnert: "Rede immer von der Liebe Gottes! Wenn nötig, auch mit Worten." D.h die Worte dienen nur als Ergänzung zur eigentlichen Sprache.

Album: Kurzzeiteinsatz in Moldawien
Die zweite Woche haben wir in einem Dorf verbracht. Hier lag der praktische Schwerpunkt: Wir bauten einen Spielplatz auf dem Gelände einer freikirchlichen Gemeinde. Dieser war vor einem Jahr von einem OM-Team schon angefangen, jedoch nicht fertiggestellt worden. Unser moldawischer Teamleiter hat mich für die Konstruktion der zwei Treppen eingeteilt, weil ich ein Deutscher sei. Alle Deutschen, die er bisher kennengelernt habe, seien ziemlich "smart", was diese Dinge anginge.

Übrigens kommt das Wasser außerhalb der wenigen Städte Moldawiens nicht aus der Leitung, sondern aus Brunnen. Ach ja, Geschäfte werden im Plumpsklo außerhalb des Hauses erledigt! Und statt Autos oder Trecker nutzen viele Familien noch Pferde und Kutschen. (Siehe Fotoalbum)

Der Abschied von den gastfreundlichen Menschen aus Moldawien war etwas traurig, weil wir in der kurzen Zeit eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hatten. Besonders in den Augen der Kinder wurde dies sichtbar.

Samstag, 28. Juni 2008

MOLDAWIEN - Erlebnisse I

Hallo,

schöne Grüße aus Moldawien! Ich befinde mich gerade in Călăraşi, 50 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Moldawiens: Chişinău. Heute geht die erste Hälfte meines Kurzzeiteinsatzes zuende. Ich blicke zurück auf sechs aufregende Tage in ungewohnter Umgebung und in einem frisch zusammengewürfelten Team.

Schon jetzt merke ich, dass ich nur kleine Einblicke in meine Erlebnisse geben kann. Seit dem Abflug in Frankfurt gab es für mich diese Woche schon eine ganze Menge Erlebnisse! Im Flugzeug habe ich die Schweizerin Delona kennen gelernt, welche mit mir gemeinsam zur Niederlassung von OM Moldawien weiter reiste. Ein amerikanischer Mitarbeiter brachte uns mit dem Auto zur Niederlassung in der Hauptstadt.

Album: Kurzzeiteinsatz in Moldawien
Dort wurde ich am Folgetag mit ca. 20 weiteren Personen auf die bevorstehende Zeit vorbereitet. Außer mir ist kein Deutscher dabei.

Am zweiten Tag ging es auch schon los: Per Linien- und Kleinbus reisten wir in die oben erwähnte Stadt Călăraşi, wo wir von nun drei mal täglich ein Programm für Kinder und Jugendliche anbieten sollten. (Das war eng! Holprige Straßen, über 40° und Reisetaschen auf dem Schoß) Ein Glück, dass unser Team auch aus Einheimischen besteht, welche rumänisch sprechen und dafür sorgen, dass wir z.B. beim Geldwechsel und bei der Busfahrt nicht als Touristen behandelt bzw. „abgezockt“ werden. In den Räumlichkeiten einer jungen baptistischen Gemeinde konnten wir unser Reisegepäck ablegen und bekamen ein warmes Mittagessen geboten. (Auf Bedienung war ich gar nicht eingestellt)

Und schon waren wir mitten drin! Nach dem Essen folgte eine erste Planungseinheit: Das Abendprogramm stand uns bevor. Das Ziel für die erste Woche ist es, Kindern und Jugendlichen aus der Stadt eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, welche sich sonst auf den Straßen und Plätzen aufhalten. Natürlich sollen sie auch etwas von der Hoffnung durch Jesus Christus erfahren. Zurzeit sind Sommerferien in Moldawien und es gibt nichts zu tun für junge Leute außer der häuslichen Arbeit. Als tägliches Highlight haben sich unsere Englischstunden herausgestellt. Dies soll an ersten Informationen genügen. In eineinhalb Wochen schreibe ich mehr.

Nur noch eins: Zusammen mit dem Leiter unseres Global Challenge-Teams und dem Übersetzer Lilian habe ich bisher bei einer Privatfamilie übernachtet. Die Familie zählt zu den wohlhabenderen in der Stadt, weshalb ich von hier aus Internetzugriff habe! Morgen brechen wir von hier aus wieder auf, um die zweite Woche in einem Dorf zu verbringen. Dort wird mich dann mehr Armut erwarten als hier im städtischen Gebiet. Wir werden deshalb dort auch bauliche Maßnahmen ergreifen...

Sonntag, 22. Juni 2008

MOLDAWIEN - Kurzzeiteinsatz im Osten Europas

Wow, wie die Zeit rennt... Gerade erst die Ausbildung abgeschlossen und schon gehts weiter. Die letzten Monate sind für mich wie im Flug vergangen. Für die kommende Zeit gab es noch so viel vorzubereiten: Da musste das Visum beantragt werden, damit die Einreise nach Australien klappt. Impftermine mussten geplant und wahrgenommen werden. Jede Menge Formalien mit dem Kreiswehrersatzamt, der Versicherung und natürlich der Zentrale von OM habe ich bereits erfolgreich hinter mich gebracht. Seit Donnerstag bin ich außerdem im Besitz eines internationalen Führerscheins in der Klasse BE. Und dann kommen da noch Vorbereitungen für den Kurzzeiteinsatz in Moldawien hinzu.

Bevor man sich in eine längerfristige Arbeit investiert, muss man bei OM einen Kurzzeiteinsatz absolviert haben. Vor einem halben Jahr hatte ich die Infobroschüre für 2008 in der Hand und stieß auf folgende Beschreibung:

"MOLDAWIEN, Osteuropa, früher kommunistisch, heute das ärmste Land Europas. Die Menschen arbeiten hart, das Leben in den Dörfern ist mühsam. Einsätze werden in internationalen Teams in den Dörfern stattfinden – unter einfachsten Bedingungen. Zugleich ist es inmitten all der Hoffnungslosigkeit wunderbar zu sehen, wie Gott sein Reich baut. Du hast die einmalige Möglichkeit mit einheimischen Geschwistern und Gemeinden Kontakt zu haben und zu leben. (...)"
Diese Einsatzbeschreibung hat mich total angesprochen. Da ich die Global Challenge-Kosten selber finanziere, fielen einige andere Einsätze sowieso raus. Außerdem wollte ich nicht wieder den Wohlstand bzw. die westliche Kultur sehen. Ich wollte meine Augen mal für den größeren Teil der Weltbevölkerung öffnen. Und mich interessiert die Lebendigkeit mancher Gemeinden bzw. Christen in armen Ländern. Gott ist weder durch Wohlstand, noch durch Armut tot zu kriegen.

Auf jeden Fall kommen wir mit unserem kleinen internationalen Team, um einer Gemeinde vor Ort zu helfen. Bei diesem Missionseinsatz geht es vor allem darum, Gottes Liebe durch praktische Hilfe weiter zu geben: Wir bauen einen Spielplatz für Kinder. Natürlich werden wir zwischendurch auch ein Kinderprogramm anbieten. Von der moldawischen OM-Zentrale habe ich bereits ein Skript über geplante Spiele erhalten. Wir werden bei unterschiedlichen Pirvatpersonen aus der örtlichen Gemeinde übernachten. Es könnte sein, dass meine Gastfamilie kein fließendes Wasser oder keine im Haus integrierte Toilette hat. In den Unterlagen von OM Moldawien steht mit einem Smiley geschrieben, dass ich vielleicht auf dem Boden oder gemeinsam mit der Großmutter des Hauses in einem Bett übernachte.

In diesem Sinne - ab ins Bett, noch einmal Luxus genießen. In ungefähr elf Stunden geht es los!

Wow, die Zeit rennt...