Dienstag, 21. April 2009

IT-Büro und Bubble Tea

Es wird asiatischer... Gerade befinde ich mich in Kaohsiung, Taiwan. Fast keiner spricht hier Englisch! Wir haben über dreißig Übersetzer an Bord, die genau wie wir auf freiwilliger Basis im Buchladen und in allen Programmen aushelfen... In der Stadt liest sich alles in chinesischen Schriftzeichen, nur auf Straßenschildern stehen zusätzlich englische Namen.

Die ersten Wochen im Hafen habe ich für Bridget (Australien) im IT-Büro gearbeitet. Durch die Administrationsrechte konnte ich vieles tun und mich in die verschiedenen Systeme an Bord einloggen. Interessant war es vor allem mit unserem Onboard-Satelliten zu arbeiten.

Im Buchladen haben wir jetzt vier Flachbildschirme, auf denen Infos gezeigt werden! Eine sinnvolle Spende eines Taiwanesen! Ich habe die aus dem IT-Büro mitgenommen und bin nun für das System und die Schulung der anderen im Buchladen verantwortlich.

Dies ist meinem Team, mit dem ich ein Programm in einer jungen Studentengmeinde durchführte. Vier Leute meines Teams sind neue Crewmitglieder seit Februar. Kaitlyn (USA) hat Bubble Tea in der Hand. Das ist eiskalter Tee mit Milch und gelatineartigen Kugeln. Funktioniert nur mit dickem Strohhalm und schmeckt ziemlich gut! Das Getränk gibt es auch schon in anderen Ländern. Wann wird Deutschland von der Bubble Tea-Welle erreicht?

Donnerstag, 2. April 2009

Unwetter vor Taiwan

Ahoi! Zurzeit befinden wir uns auf der Reise nach Kaohsiung, Taiwan. Was für eine Reise! Eigentlich fing alles ganz harmlos an.

Gestern war mein zweiter Arbeitstag im IT-Büro. Bridget (Australien) vom IT-Team ist für zwei Wochen nicht an Bord, deswegen arbeite ich stellvertretend für sie. Ich bekam erklärt, wie man die aktuellen Daten unseres Satellitenempfängers fürs Protokoll im Serverraum ausliest. Darüber vergaß ich schon ganz, dass ich normalerweise zu dieser Zeit mit den anderen den Buchladen zusammenpacken würde.

Unser Schiff hatte den Hafen von Malaysia verlassen und befand sich nun auf hoher See. Über die Lautsprecher kam eine Durchsage vom Kapitän, dass der kommende Abend voraussichtlich relativ ruhig verlaufen müsste. Es stellte sich aber ein starker Gegenwind ein, der das Meer aufwühlte. Irgendwann fiel dann der erste Kuli vom Tisch, entgegen den Erwartungen war das Meer doch relativ rau geworden. Der Härtetest sollte aber erst heute kommen...

Heute war es richtig RAU! Draußen auf dem Deck wehte der Wind so stark, dass ich mich richtig festhalten musste. Ein ständiges Auf und Ab. Unbeschreiblich, 6000 Tonnen wie ein Spielball im Wasser! Die Spitze der alten Dame (wie wir die 94-Jährige Doulos manchmal nennen) hebt sich bei hohem Wellengang weit über den Horizont hinaus und fährt anschließend mit hoher Geschwindigkeit zurück in die Tiefe. Kein Wunder, dass man innen nur schwankend laufen kann! Jedenfalls möchte ich euch jetzt gerne mal sehen lassen, was Worte allein nicht beschreiben können.

Dienstag, 17. März 2009

Manila - Milch und Brot für Straßenkinder

Manila ist die Hauptstadt der Philippinen, im Stadtkern leben insgesamt 1,7 Millionen Menschen. Viele kommen von abgelegenen Dörfern und Provinzen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Eine Großzahl der Einwohner lebt in totaler Armut:

Sie übernachten mit der ganzen Familie und ihrem Baby draußen auf dem Boden. Manche bauen Hütten an Hausfassaden oder andere Hütten an. Sie bestehen aus Holz-, Plastik- und Blechmaterialien und können jederzeit abgerissen werden, denn sie stehen auf öffentlichem Grund! Wer Glück hat, mietet eine Wohnung im Betonhochhaus und damit auch einen Wasserhahn und eine Toilette. Oft teilen sich zwei Familien eine Wohnung. In einem solchen Hochhaus (auf dem sogen. "Smokey Mountain") kam ich mit einem Alkoholiker ins Gespräch und um es fortführen zu können lud dieser mich in seine Wohnung ein.

Nebenan hat eine lokale Gemeinde eine Wohnung gemietet und zur Kinderbibliothek umfunktioniert. Mein Team gestaltete dort gerade eine Kinderstunde. Die Frau des Pastors ist Lehrerin und bringt Kindern das Lesen und Schreiben bei, die nicht (mehr) zur Schule gehen. Einer ihrer ehemaligen Schüler ist sechzehn und hilft nun selber mit.

Fotoalbum: Milch und Brot für Straßenkinder

Das Pastoren-Ehepaar hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, den Straßenkindern morgens warme Milch und Brot zu bringen. Gestern gehörte ich zu einem Team, das die jungen Leute der Gemeinde dabei unterstützte. Wir brachen schon vor Sonnenaufgang um fünf Uhr morgens auf, da auf den Straßen Manilas später sonst kein Durchkommen mehr ist. Dies wurde für mich zum intensivsten und schönsten Kurzeinsatz, an dem ich je beteiligt war! (s. Fotoalbum)

Um das Bild von Manila zu vervollständigen, muss ich aber auch noch den Reichtum erwähnen: Manila hat gleichzeitig auch viele Einkaufshäuser (Shopping Malls), die innen gigantischer, moderner und sauberer sind als alles, was ich je zu Hause gesehen habe. Für Menschen mit Kapital ist hier alles verfüg- bzw. kaufbar. In der "Mall of Asia" - dem drittgrößten Einkaufshaus der Welt - gibt es neben Massage-Center und HD-TV beispielsweise auch eine Eislaufbahn, eine Hüpfburglandschaft und einen Kinopalast. Hat man die Sicherheitskontrolle am Eingangsbereich einmal passiert, könnte man fast vergessen, dass die wirkliche Welt da draußen ganz anders aussieht.