Freitag, 29. Mai 2009

Sabbatwoche

Seit gestern läuft an Bord der Doulos alles anders. Eine Woche lang werden wir im Hafen Keelung in Taiwan vor Anker bleiben und dabei (fast) gar nichts tun! Eigentlich kaum vorstellbar. Aber doch: Anstatt täglich tausende Besucher in unserem zu Hause willkommen zu heißen, bleiben wir in diesen Tagen völlig unter uns um zu ruhen, Gemeinschaft zu haben und aufzutanken. Ausschlafen - Essen - Andacht - Freizeit. Das bedeutet einmal länger am Tisch sitzen zu bleiben statt zur Teambesprechung zu gehen und etwas spontan zu unternehmen anstatt einem Plan zu folgen. Das bedeutet über Vergangenes nachzudenken öfter auch mal gar nichts zu machen. Das bedeutet, an Gott abzugeben und von ihm zu empfangen. Diese Tage sind 100% zum Auftanken reserviert.

Für genug geistliche Nahrung sorgt der Gastredner Dr. Philip Lyn, ein Midiziner und Pastor aus Malaysia. Er ist so sympathisch wie er angekündigt wurde und der erste Vortrag heute Morgen war wirklich der Hammer. Es ist echt ein Privileg an Bord zu sein und so viele gute Predigten und Trainings zu erhalten. Wir sind gespannt auf seine Nachricht bzw. auf das, was Gott ihm ins Herz gelegt hat, denn wir beten schon lange dafür.

Ich will in diesen Tagen mal durch meine Fotos von den vergangenen Ländern gehen und eine kleine Auswahl online bereitstellen. Heute habe ich einen wunderschönen Spaziergang mit meinen deutschen Freunden durch enge Pfade zwischen Häusern der Stadt gemacht. Die Landschaft in Taiwan bzw. hier in Keelung/Taipei ist hügelig, sobald man sich vom Hafenbecken entfernt.

Dies ist nur eine von vielen unglaublichen Makroaufnahmen, die ich bisher mit meiner kompakten Fuji machen konnte.

Raupe in Taiwan.

Dienstag, 21. April 2009

IT-Büro und Bubble Tea

Es wird asiatischer... Gerade befinde ich mich in Kaohsiung, Taiwan. Fast keiner spricht hier Englisch! Wir haben über dreißig Übersetzer an Bord, die genau wie wir auf freiwilliger Basis im Buchladen und in allen Programmen aushelfen... In der Stadt liest sich alles in chinesischen Schriftzeichen, nur auf Straßenschildern stehen zusätzlich englische Namen.

Die ersten Wochen im Hafen habe ich für Bridget (Australien) im IT-Büro gearbeitet. Durch die Administrationsrechte konnte ich vieles tun und mich in die verschiedenen Systeme an Bord einloggen. Interessant war es vor allem mit unserem Onboard-Satelliten zu arbeiten.

Im Buchladen haben wir jetzt vier Flachbildschirme, auf denen Infos gezeigt werden! Eine sinnvolle Spende eines Taiwanesen! Ich habe die aus dem IT-Büro mitgenommen und bin nun für das System und die Schulung der anderen im Buchladen verantwortlich.

Dies ist meinem Team, mit dem ich ein Programm in einer jungen Studentengmeinde durchführte. Vier Leute meines Teams sind neue Crewmitglieder seit Februar. Kaitlyn (USA) hat Bubble Tea in der Hand. Das ist eiskalter Tee mit Milch und gelatineartigen Kugeln. Funktioniert nur mit dickem Strohhalm und schmeckt ziemlich gut! Das Getränk gibt es auch schon in anderen Ländern. Wann wird Deutschland von der Bubble Tea-Welle erreicht?

Donnerstag, 2. April 2009

Unwetter vor Taiwan

Ahoi! Zurzeit befinden wir uns auf der Reise nach Kaohsiung, Taiwan. Was für eine Reise! Eigentlich fing alles ganz harmlos an.

Gestern war mein zweiter Arbeitstag im IT-Büro. Bridget (Australien) vom IT-Team ist für zwei Wochen nicht an Bord, deswegen arbeite ich stellvertretend für sie. Ich bekam erklärt, wie man die aktuellen Daten unseres Satellitenempfängers fürs Protokoll im Serverraum ausliest. Darüber vergaß ich schon ganz, dass ich normalerweise zu dieser Zeit mit den anderen den Buchladen zusammenpacken würde.

Unser Schiff hatte den Hafen von Malaysia verlassen und befand sich nun auf hoher See. Über die Lautsprecher kam eine Durchsage vom Kapitän, dass der kommende Abend voraussichtlich relativ ruhig verlaufen müsste. Es stellte sich aber ein starker Gegenwind ein, der das Meer aufwühlte. Irgendwann fiel dann der erste Kuli vom Tisch, entgegen den Erwartungen war das Meer doch relativ rau geworden. Der Härtetest sollte aber erst heute kommen...

Heute war es richtig RAU! Draußen auf dem Deck wehte der Wind so stark, dass ich mich richtig festhalten musste. Ein ständiges Auf und Ab. Unbeschreiblich, 6000 Tonnen wie ein Spielball im Wasser! Die Spitze der alten Dame (wie wir die 94-Jährige Doulos manchmal nennen) hebt sich bei hohem Wellengang weit über den Horizont hinaus und fährt anschließend mit hoher Geschwindigkeit zurück in die Tiefe. Kein Wunder, dass man innen nur schwankend laufen kann! Jedenfalls möchte ich euch jetzt gerne mal sehen lassen, was Worte allein nicht beschreiben können.