Freitag, 3. Juli 2009

Handball in Hong Kong

Am letzten Montag wurden Yiury (Ukraine) und ich von einem Kanadier zum Essen eingeladen. Vom Schiff aus führte uns der nette Mann in ein 20 Minuten entferntes Restaurant, das im oberen Stockwerk eines Hotels gelegen ist. Wow, gutes Essen! So gut, dass wir über zwei Stunden dort zubrachten.

Plötzlich passierte etwas völlig Ungewohntes: Hinter mir sprachen Leute auf Deutsch. Eine Gruppe großer, breitschultriger junger Männer betrat den Raum. Sie besetzten eine ganze Tischreihe nicht weit von uns entfernt. Dass es sich hier um Handballer handeln müsste dachte ich mir direkt. Es war die deutsche Herrenmannschaft des SG BBM Bietigheim, wie sich an der Salatbar in einem Gespräch herausstellte, zurzeit spielt Bietigheim in der 2. Liga und liegt auf Platz 4. Nun, das ist nur der erste Teil der Geschichte.

Wie durch ein Wunder war ich heute nämlich wieder in dem Restaurant. Eine Teambildungsmaßnahme für unser IT-Team an Bord, dem ich übermorgen zustoße. Auch diesmal schmeckte das Essen vorzüglich und es kostet nicht viel mehr als ein BigMäc-Menü in Deutschland. Und auch heute besuchte uns wieder eine Sportlergruppe, alle etwas kürzer gebaut als die Deutschen am Montag: Das Team aus dem Iran! Ich staunte nicht schlecht, auch über die Ironie des Zufalls. Sie besetzten die gleiche Tischreihe wie das gegnerische Team zuvor! Mit einem Lächeln erzählte ich einem Spieler dass unsere Landesvertreter zuvor schon da waren. Es entwickelte sich eine kurze Unterhaltung, bei der mich die Freundlichkeit und Persönlichkeit der Iraner echt beeindruckte. Die Menschen im mittleren Osten und in Asien haben eine sehr warmherzige Kultur. Das Team aß relativ zügig und stand dann auf, wobei zwei von ihnen extra nochmal um die Ecke kamen um sich zu verabschieden.

Morgen ist Spieltag in Hong Kong: Deutschland gegen Iran. Beide Teams sind gut im Rennen und haben bisherige Runden gewonnen. Ich wünschte ihnen ein gutes Spiel und fairplay. Zuschauen kann ich leider nicht, denn morgen startet schon unsere fünftägige Reise nach Kambodscha...

Samstag, 20. Juni 2009

Gott vertrauen?

An Bord referiert in diesen Wochen ein Professor von einer amerikanischen Universität über Kirchengeschichte. Christentum wäre heute undenkbar, wenn es nicht unzählige Menschen in der Vergangenheit gegeben hätte, die das (Lebens-)Risiko eingingen und ihr Vertrauen voll auf Gott setzten. So ist Unmögliches möglich geworden und bis heute konnten durch keine Macht der Welt weder die Bibel noch Jesu Nachvolger ausgerottet werden.

In wie weit ist Gott vertrauenswürdig? Durch verschiedene Menschen und Jesus hat er sich und seine Liebe offenbart; In seinem Wort, der Bibel, hat er eine Menge Versprechen gegeben gegenüber allen, die er seine Kinder nennt. Ich würde es als ziemlich vertrauenswürdig bezeichnen, dass er es durch Jesus grundsätzlich jedem ermöglicht, eine lebendige Beziehung mit ihm einzugehen und seine Vertrauenswürdigkeit selbst zu erfahren. Wer sich nicht darüber im Klaren ist ob es Gott wirklich gibt und ob sein Absolutheitsanspruch (Er ist der einzig wahre und lebendige Gott) ernst zu nehmen ist, dem gilt die freundliche Einladung es auszutesten.

Wer hat schon mal einen Faith Trip unternommen? Dabei handelt es sich um eine Unternehmung auf Vertrauensbasis, die ohne eine lebendige Beziehung zum "Vater" eigentlich nicht möglich bzw. sinnlos ist. Eine solche Unternehmung habe ich gerade hinter mir (in Hong Kong). Nur zwei Stunden reichten, um mich total zu begeistern und um neu aus der Beziehung zu Gott heraus inspiriert zu werden! Deswegen schreibe ich diese Zeilen. Detailerfahrungen eventuell in einem folgenden Logbucheintrag, per Mail oder in meinem Rundbrief.

Nochmal das das Wichtigste aus diesem Eintrag: Der Herr ist vertrauenswürdig, wers nicht ausprobiert verpasst das Beste! Es geht ums Leben. soli deo gloria!

Freitag, 29. Mai 2009

Sabbatwoche

Seit gestern läuft an Bord der Doulos alles anders. Eine Woche lang werden wir im Hafen Keelung in Taiwan vor Anker bleiben und dabei (fast) gar nichts tun! Eigentlich kaum vorstellbar. Aber doch: Anstatt täglich tausende Besucher in unserem zu Hause willkommen zu heißen, bleiben wir in diesen Tagen völlig unter uns um zu ruhen, Gemeinschaft zu haben und aufzutanken. Ausschlafen - Essen - Andacht - Freizeit. Das bedeutet einmal länger am Tisch sitzen zu bleiben statt zur Teambesprechung zu gehen und etwas spontan zu unternehmen anstatt einem Plan zu folgen. Das bedeutet über Vergangenes nachzudenken öfter auch mal gar nichts zu machen. Das bedeutet, an Gott abzugeben und von ihm zu empfangen. Diese Tage sind 100% zum Auftanken reserviert.

Für genug geistliche Nahrung sorgt der Gastredner Dr. Philip Lyn, ein Midiziner und Pastor aus Malaysia. Er ist so sympathisch wie er angekündigt wurde und der erste Vortrag heute Morgen war wirklich der Hammer. Es ist echt ein Privileg an Bord zu sein und so viele gute Predigten und Trainings zu erhalten. Wir sind gespannt auf seine Nachricht bzw. auf das, was Gott ihm ins Herz gelegt hat, denn wir beten schon lange dafür.

Ich will in diesen Tagen mal durch meine Fotos von den vergangenen Ländern gehen und eine kleine Auswahl online bereitstellen. Heute habe ich einen wunderschönen Spaziergang mit meinen deutschen Freunden durch enge Pfade zwischen Häusern der Stadt gemacht. Die Landschaft in Taiwan bzw. hier in Keelung/Taipei ist hügelig, sobald man sich vom Hafenbecken entfernt.

Dies ist nur eine von vielen unglaublichen Makroaufnahmen, die ich bisher mit meiner kompakten Fuji machen konnte.

Raupe in Taiwan.