Dienstag, 21. Juli 2009

Kurzeinsatz Kambodscha

War für drei Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Dort haben wir in einem Mini-Jugendzentrum übernachtet und bei der Jugendarbeit mitgeholfen. Die Jungen Leute stammen aus Nebenprovinzen und haben dort eine geringe Chance auf eine Ausbildung oder Arbeit.

Einer der Jugendlichen hat sich mit einem Englisch-Wörterbuch ein sehr gutes Englisch beigebracht, indem er englischsprachige Zeitungen kaufte und durcharbeitete. Er wünscht sich, ein umfangreicheres Wörterbuch kaufen zu können. Sein Traum ist es, irgendwie ein Studium machen zu können, wozu ihm aber kein Geld zur Verfügung steht. (Jeder durchschnittliche deutsche Auszubildende wäre in der Lage, ihm das Studium finanzieren) Er wird am Samstag zur Doulos kommen und ich spiele mit dem Gedanken, ihm eines unserer Collins-Wörterbücher an Bord zu kaufen.

Eine weitere prägende Erfahrung für mich war es an unserem letzten Tag in eine Kleidungs-Fabrik zu gehen. Die koreanische Besitzerin hat die Fabrik mit heute 800 Arbeitern vor sieben Jahren aufgebaut. In Kambodscha lernte sie vor fünf Jahren Gott persönlich kennen (das ist eine weitere Geschichte), was ihr Leben und v.a. das Unternehmen maßgeblich veränderte. Vor zwei Jahren schließlich hat sie eine Morgenandacht für alle Fabrikarbeiter eingeführt, bei der mein Team diesmal etwas zum Thema "Moral und Ethik am Arbeitsplatz" beitragen sollte. Unser Anspiel schienfür die Arbeiter ziemlich ungewöhnlich und erheiternd gewesen zu sein und gab mir eine gute Grundlage für meine Erläuterungen, warum und wie wir an Bord der Doulos trotz engem Raum und kultureller Unterschiede in Frieden leben können.

So konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Fabrikproduktion in einem Entwicklungsland von innen sehen.

Freitag, 3. Juli 2009

Handball in Hong Kong

Am letzten Montag wurden Yiury (Ukraine) und ich von einem Kanadier zum Essen eingeladen. Vom Schiff aus führte uns der nette Mann in ein 20 Minuten entferntes Restaurant, das im oberen Stockwerk eines Hotels gelegen ist. Wow, gutes Essen! So gut, dass wir über zwei Stunden dort zubrachten.

Plötzlich passierte etwas völlig Ungewohntes: Hinter mir sprachen Leute auf Deutsch. Eine Gruppe großer, breitschultriger junger Männer betrat den Raum. Sie besetzten eine ganze Tischreihe nicht weit von uns entfernt. Dass es sich hier um Handballer handeln müsste dachte ich mir direkt. Es war die deutsche Herrenmannschaft des SG BBM Bietigheim, wie sich an der Salatbar in einem Gespräch herausstellte, zurzeit spielt Bietigheim in der 2. Liga und liegt auf Platz 4. Nun, das ist nur der erste Teil der Geschichte.

Wie durch ein Wunder war ich heute nämlich wieder in dem Restaurant. Eine Teambildungsmaßnahme für unser IT-Team an Bord, dem ich übermorgen zustoße. Auch diesmal schmeckte das Essen vorzüglich und es kostet nicht viel mehr als ein BigMäc-Menü in Deutschland. Und auch heute besuchte uns wieder eine Sportlergruppe, alle etwas kürzer gebaut als die Deutschen am Montag: Das Team aus dem Iran! Ich staunte nicht schlecht, auch über die Ironie des Zufalls. Sie besetzten die gleiche Tischreihe wie das gegnerische Team zuvor! Mit einem Lächeln erzählte ich einem Spieler dass unsere Landesvertreter zuvor schon da waren. Es entwickelte sich eine kurze Unterhaltung, bei der mich die Freundlichkeit und Persönlichkeit der Iraner echt beeindruckte. Die Menschen im mittleren Osten und in Asien haben eine sehr warmherzige Kultur. Das Team aß relativ zügig und stand dann auf, wobei zwei von ihnen extra nochmal um die Ecke kamen um sich zu verabschieden.

Morgen ist Spieltag in Hong Kong: Deutschland gegen Iran. Beide Teams sind gut im Rennen und haben bisherige Runden gewonnen. Ich wünschte ihnen ein gutes Spiel und fairplay. Zuschauen kann ich leider nicht, denn morgen startet schon unsere fünftägige Reise nach Kambodscha...

Samstag, 20. Juni 2009

Gott vertrauen?

An Bord referiert in diesen Wochen ein Professor von einer amerikanischen Universität über Kirchengeschichte. Christentum wäre heute undenkbar, wenn es nicht unzählige Menschen in der Vergangenheit gegeben hätte, die das (Lebens-)Risiko eingingen und ihr Vertrauen voll auf Gott setzten. So ist Unmögliches möglich geworden und bis heute konnten durch keine Macht der Welt weder die Bibel noch Jesu Nachvolger ausgerottet werden.

In wie weit ist Gott vertrauenswürdig? Durch verschiedene Menschen und Jesus hat er sich und seine Liebe offenbart; In seinem Wort, der Bibel, hat er eine Menge Versprechen gegeben gegenüber allen, die er seine Kinder nennt. Ich würde es als ziemlich vertrauenswürdig bezeichnen, dass er es durch Jesus grundsätzlich jedem ermöglicht, eine lebendige Beziehung mit ihm einzugehen und seine Vertrauenswürdigkeit selbst zu erfahren. Wer sich nicht darüber im Klaren ist ob es Gott wirklich gibt und ob sein Absolutheitsanspruch (Er ist der einzig wahre und lebendige Gott) ernst zu nehmen ist, dem gilt die freundliche Einladung es auszutesten.

Wer hat schon mal einen Faith Trip unternommen? Dabei handelt es sich um eine Unternehmung auf Vertrauensbasis, die ohne eine lebendige Beziehung zum "Vater" eigentlich nicht möglich bzw. sinnlos ist. Eine solche Unternehmung habe ich gerade hinter mir (in Hong Kong). Nur zwei Stunden reichten, um mich total zu begeistern und um neu aus der Beziehung zu Gott heraus inspiriert zu werden! Deswegen schreibe ich diese Zeilen. Detailerfahrungen eventuell in einem folgenden Logbucheintrag, per Mail oder in meinem Rundbrief.

Nochmal das das Wichtigste aus diesem Eintrag: Der Herr ist vertrauenswürdig, wers nicht ausprobiert verpasst das Beste! Es geht ums Leben. soli deo gloria!