Dienstag, 29. September 2009

Video-TOUR an Bord!

Hi,

dieser Logbucheintrag bringt etwas ganz Besonderes: Einen virtuellen Besuch an Bord des ältesten hochseetüchtigen Passagierschiffes der Welt! Ich habe meine Kamera die ganze Zeit laufen lassen, während ich wie ein normaler Gast die Doulos besuchte. Wie ist es, die Landungsbrücke hochzulaufen, wo begegnet man der internationalen Crew und wie sieht der weltweit zweitgrößte schwimmende Buchladen aus?

Seht selbst!

Nach unserem schoenen Aufenthalt in Kambodscha haben wir in Thailand (Bangkok) und Malaysia angelegt: Kota Kinabalu und zurzeit Pasir Gudang. In Kota Kinabalu nahm ich mir meinen ersten Urlaub (internationale Tauchlizenz erworben und Sabahs Korallenriffe gesehen)und erlebte sehr gute Einsätze. So ging es weiter hier in Pasir Gudang: Kuerzlich war ich an einem Hilfsprojekt beteiligt, das zusammen mit Geschäftsleuten vom Rotary Club durchgeführt wurde. In einem Waisenheim für geistig behinderte wurden die Gebäude gestrichen.

Während dieser Arbeiten beschäftigte ich mich als Clown verkleidet mit den Waisen. Dort nutzte ich zum ersten Mal Modellierluftballons. Ich habe mir eine professionelle Clownnase aus Amerika angeeignet, die ganz ohne Gummiband auf meine Nase passt. Die konnte ich von dem Clown bekommen, der oben im Video zu sehen ist. Besonders fuer mich in Thailand und Malaysia war es auch wieder, unterschiedliche Menschen verschiedener anderer Religionen im wirklichen Leben kennen zu lernen.

Ich frage mich, wie es euch allen geht? Hinterlasst ruhig mal ein Kommentar oder schreibt mir ne Karte an die Doulos adressiert wie folgt: Alte Neckarelzer Str. 274821 Mosbach, Germany. Ganz liebe Grüsse nach Hause!

Daniel

Dienstag, 21. Juli 2009

Kurzeinsatz Kambodscha

War für drei Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Dort haben wir in einem Mini-Jugendzentrum übernachtet und bei der Jugendarbeit mitgeholfen. Die Jungen Leute stammen aus Nebenprovinzen und haben dort eine geringe Chance auf eine Ausbildung oder Arbeit.

Einer der Jugendlichen hat sich mit einem Englisch-Wörterbuch ein sehr gutes Englisch beigebracht, indem er englischsprachige Zeitungen kaufte und durcharbeitete. Er wünscht sich, ein umfangreicheres Wörterbuch kaufen zu können. Sein Traum ist es, irgendwie ein Studium machen zu können, wozu ihm aber kein Geld zur Verfügung steht. (Jeder durchschnittliche deutsche Auszubildende wäre in der Lage, ihm das Studium finanzieren) Er wird am Samstag zur Doulos kommen und ich spiele mit dem Gedanken, ihm eines unserer Collins-Wörterbücher an Bord zu kaufen.

Eine weitere prägende Erfahrung für mich war es an unserem letzten Tag in eine Kleidungs-Fabrik zu gehen. Die koreanische Besitzerin hat die Fabrik mit heute 800 Arbeitern vor sieben Jahren aufgebaut. In Kambodscha lernte sie vor fünf Jahren Gott persönlich kennen (das ist eine weitere Geschichte), was ihr Leben und v.a. das Unternehmen maßgeblich veränderte. Vor zwei Jahren schließlich hat sie eine Morgenandacht für alle Fabrikarbeiter eingeführt, bei der mein Team diesmal etwas zum Thema "Moral und Ethik am Arbeitsplatz" beitragen sollte. Unser Anspiel schienfür die Arbeiter ziemlich ungewöhnlich und erheiternd gewesen zu sein und gab mir eine gute Grundlage für meine Erläuterungen, warum und wie wir an Bord der Doulos trotz engem Raum und kultureller Unterschiede in Frieden leben können.

So konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Fabrikproduktion in einem Entwicklungsland von innen sehen.

Freitag, 3. Juli 2009

Handball in Hong Kong

Am letzten Montag wurden Yiury (Ukraine) und ich von einem Kanadier zum Essen eingeladen. Vom Schiff aus führte uns der nette Mann in ein 20 Minuten entferntes Restaurant, das im oberen Stockwerk eines Hotels gelegen ist. Wow, gutes Essen! So gut, dass wir über zwei Stunden dort zubrachten.

Plötzlich passierte etwas völlig Ungewohntes: Hinter mir sprachen Leute auf Deutsch. Eine Gruppe großer, breitschultriger junger Männer betrat den Raum. Sie besetzten eine ganze Tischreihe nicht weit von uns entfernt. Dass es sich hier um Handballer handeln müsste dachte ich mir direkt. Es war die deutsche Herrenmannschaft des SG BBM Bietigheim, wie sich an der Salatbar in einem Gespräch herausstellte, zurzeit spielt Bietigheim in der 2. Liga und liegt auf Platz 4. Nun, das ist nur der erste Teil der Geschichte.

Wie durch ein Wunder war ich heute nämlich wieder in dem Restaurant. Eine Teambildungsmaßnahme für unser IT-Team an Bord, dem ich übermorgen zustoße. Auch diesmal schmeckte das Essen vorzüglich und es kostet nicht viel mehr als ein BigMäc-Menü in Deutschland. Und auch heute besuchte uns wieder eine Sportlergruppe, alle etwas kürzer gebaut als die Deutschen am Montag: Das Team aus dem Iran! Ich staunte nicht schlecht, auch über die Ironie des Zufalls. Sie besetzten die gleiche Tischreihe wie das gegnerische Team zuvor! Mit einem Lächeln erzählte ich einem Spieler dass unsere Landesvertreter zuvor schon da waren. Es entwickelte sich eine kurze Unterhaltung, bei der mich die Freundlichkeit und Persönlichkeit der Iraner echt beeindruckte. Die Menschen im mittleren Osten und in Asien haben eine sehr warmherzige Kultur. Das Team aß relativ zügig und stand dann auf, wobei zwei von ihnen extra nochmal um die Ecke kamen um sich zu verabschieden.

Morgen ist Spieltag in Hong Kong: Deutschland gegen Iran. Beide Teams sind gut im Rennen und haben bisherige Runden gewonnen. Ich wünschte ihnen ein gutes Spiel und fairplay. Zuschauen kann ich leider nicht, denn morgen startet schon unsere fünftägige Reise nach Kambodscha...