Dienstag, 17. März 2009

Manila - Milch und Brot für Straßenkinder

Manila ist die Hauptstadt der Philippinen, im Stadtkern leben insgesamt 1,7 Millionen Menschen. Viele kommen von abgelegenen Dörfern und Provinzen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Eine Großzahl der Einwohner lebt in totaler Armut:

Sie übernachten mit der ganzen Familie und ihrem Baby draußen auf dem Boden. Manche bauen Hütten an Hausfassaden oder andere Hütten an. Sie bestehen aus Holz-, Plastik- und Blechmaterialien und können jederzeit abgerissen werden, denn sie stehen auf öffentlichem Grund! Wer Glück hat, mietet eine Wohnung im Betonhochhaus und damit auch einen Wasserhahn und eine Toilette. Oft teilen sich zwei Familien eine Wohnung. In einem solchen Hochhaus (auf dem sogen. "Smokey Mountain") kam ich mit einem Alkoholiker ins Gespräch und um es fortführen zu können lud dieser mich in seine Wohnung ein.

Nebenan hat eine lokale Gemeinde eine Wohnung gemietet und zur Kinderbibliothek umfunktioniert. Mein Team gestaltete dort gerade eine Kinderstunde. Die Frau des Pastors ist Lehrerin und bringt Kindern das Lesen und Schreiben bei, die nicht (mehr) zur Schule gehen. Einer ihrer ehemaligen Schüler ist sechzehn und hilft nun selber mit.

Fotoalbum: Milch und Brot für Straßenkinder

Das Pastoren-Ehepaar hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, den Straßenkindern morgens warme Milch und Brot zu bringen. Gestern gehörte ich zu einem Team, das die jungen Leute der Gemeinde dabei unterstützte. Wir brachen schon vor Sonnenaufgang um fünf Uhr morgens auf, da auf den Straßen Manilas später sonst kein Durchkommen mehr ist. Dies wurde für mich zum intensivsten und schönsten Kurzeinsatz, an dem ich je beteiligt war! (s. Fotoalbum)

Um das Bild von Manila zu vervollständigen, muss ich aber auch noch den Reichtum erwähnen: Manila hat gleichzeitig auch viele Einkaufshäuser (Shopping Malls), die innen gigantischer, moderner und sauberer sind als alles, was ich je zu Hause gesehen habe. Für Menschen mit Kapital ist hier alles verfüg- bzw. kaufbar. In der "Mall of Asia" - dem drittgrößten Einkaufshaus der Welt - gibt es neben Massage-Center und HD-TV beispielsweise auch eine Eislaufbahn, eine Hüpfburglandschaft und einen Kinopalast. Hat man die Sicherheitskontrolle am Eingangsbereich einmal passiert, könnte man fast vergessen, dass die wirkliche Welt da draußen ganz anders aussieht.

Samstag, 7. März 2009

Alles essbar!

Achtung- der Inhalt dieses Beitrages ist nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignet! Anklicken des Bildes auf eigene Gefahr.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich einfach nur mal festhalten, was ich schon alles gegessen habe:

  1. Balut (Philippinen, Iloilo Landeinsatz, siehe Foto rechts)
  2. Getrocknete Insekten (In meiner neuen Kabine, mit freundlicher Genehmigung von Andrew aus Kenia)
  3. Hund (Indonesien, Java Landeinsatz)
  4. Fischkopf (Malaysia, Gemeindebesuch)

Na, Appetit bekommen? :-)

Mittwoch, 25. Februar 2009

Iloilo Landeinsatz

Mein zweiter Landeinsatz war ein pures Abenteuer. Unsere Team-Aufgabe war es, verschiedene Gemeinden auf der philippinischen Insel Iloilo zu unterstützen. Innerhalb von fünf Tagen sollten wir neun Gottesdienste gestalten und sieben mal predigen. Von Anfang an stand fest: Jeder aus unserem vierköpfigen Team wird dran kommen...

Wir erlebten viele persönliche Herausforderungen, welche zwar unbequem waren, aber für das ganze Team ausnahmslos erfolgreich endeten. Ich führe das darauf zurück, dass wir dauernd für jede Kleinigkeit gebetet und gedankt haben. Nur Gott konnte so viel gelingen lassen bzw. geistliche Frucht schenken. Drei von uns haben nie zuvor richtig gepredigt aber von der Bibel wissen wir, dass Gott mit Vorliebe die Jungen, Unerfahrenen und Schwachen beruft. Ich selbst fühle mich überhaupt nicht wohl dabei, in kurzer Zeit herausfinden zu müssen, was Gott der Gemeinde sagen möchte.

Eines Morgens – ich wusste immer noch nicht was ich der Gemeinde am Abend weitergeben soll – fragte ich bei der Teambesprechung, ob ich den Vormittag mit Predigtvorbereitung verbringen dürfe, während die anderen gemeinsam mit dem Pastor eine Tür-zu-Tür-Evangelisation unternehmen. Die anderen konnten sich darauf überhaupt nicht einlassen und argumentierten, dass wir als Team zusammen gehören und ich deshalb mitgehen solle. Das war ein sehr schwieriger Moment für mich und mir fielen schon weitere Argumente für meine Position ein, doch plötzlich verspürte ich einen Frieden darüber mit dem Team zu gehen. So machte Gott also unserer Diskussion ein Ende und was blieb mir da anderes übrig, als Ihm zu vertrauen?

Fotoalbum: Iloilo Landeinsatz

Am Nachmittag entschied ich mich dafür, in meiner Predigt das Wissen zu nutzen, das ich mir mal durch mehrfaches Durchhören von Predigt-mp3s vor zwei Jahren angeeignet hatte. Dazu fand ich in der Bibel mehrere passende Verse. Am Abend stellte sich heraus, dass unser Herr viele Menschen durch die Predigt angesprochen hat und vor allem eine ganz neue Besucherin, die nur wegen unserer vorigen Tür-zu-Tür-Evangeliastion zum Gottesdienst gekommen war.

In der letzten Gemeinde sollten wir sogenannte Revival-Gottesdienste gestalten, an deren Ende gemeinsam mit den Gemeindeleitern persönlich für Heilung (seelisch/geistlich/physisch) gebetet werden sollte. Am letzten Tag kam eine Frau nach vorne und bezeugte, dass sie am vorigen Abend von starken Rückenschmerzen befreit worden war.

Gesund, dankbar und erstaunt schauten wir darauf zurück, was Gott in nur einer Woche mit und unter uns getan hat. Er erfüllte alle Versprechen. Preist Ihn!

Psalm 118,28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.