Montag, 2. Februar 2009

Armut in Cebu

An manchen Morgenden in Cebu stand ich um sechs Uhr in der Früh auf, um den Tag ruhig zu starten und ungestört nachdenken zu können. Draußen an Deck konnte ich so bei Sonnenaufgang Bibel lesen. Allerdings sah ich von dort aus auch wie das Leben der Hafenarbeiter aussieht. Sie verrichten Schwerstarbeit mit Flipflops und ohne Sicherheitshelme.

Elf Meter vom Schiff entfernt stand ein Palettenstapel und ein offener Container, zwischen denen eine Plane gespannt war. Hier schlief eine sechsköpfige Familie ohne jegliche Privatsphäre unter freiem Himmel auf Holzpaletten. Weil einer von ihnen den den Hafenbereich fegt, dürfen sie sich hier einquartieren. Da direkt nebenan das Verladen von Säcken startete, wachte einer nach dem anderen auf. Etwas weiter weg holte ein älterer Mann mit einem Seil einen Eimer Meerwasser für sein morgendliches Bad. Gleichzeitig dient das Meer für viele aber auch als Toilette.

Zum Schutz vor Diebstahl müssen unsere Schiffsbesucher größere Taschen im Ticketstand hinterlegen. Eines Tages gab mir ein Mann aus der Stadt eine Plastiktüte und sein Kopfkissen zum Aufbewahren ab.

In den Philippinen haben wir sehr persönliche Beziehungen zu den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes vom Hafen aufgebaut. Sie bekamen kostenlose Mahlzeiten an Bord. Jeder von ihnen ist froh, einen Job zu haben. Sie erhalten einen Niedriglohn und arbeiten zehn, oft zwölf Stunden täglich. Für mich war es ziemlich schwierig beim Essen mit ihnen zu sprechen, weil sie ihr Essen in kürzester Zeit aufbekommen müssen.

Von der Doulos aus sind wieder unterschiedliche Hilfprojekte durchgeführt worden: Ich war u.a. an einer von mehreren Essensausteilungen für Straßenkinder dabei.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Danke für diesen Einblick....

Stille Zeit bei Sonnenaufgang an diese Sehne ich mich auch mal wieder...

Bleib dran Bruder...