Mein zweiter Landeinsatz war ein pures Abenteuer. Unsere Team-Aufgabe war es, verschiedene Gemeinden auf der philippinischen Insel Iloilo zu unterstützen. Innerhalb von fünf Tagen sollten wir neun Gottesdienste gestalten und sieben mal predigen. Von Anfang an stand fest: Jeder aus unserem vierköpfigen Team wird dran kommen...
Wir erlebten viele persönliche Herausforderungen, welche zwar unbequem waren, aber für das ganze Team ausnahmslos erfolgreich endeten. Ich führe das darauf zurück, dass wir dauernd für jede Kleinigkeit gebetet und gedankt haben. Nur Gott konnte so viel gelingen lassen bzw. geistliche Frucht schenken. Drei von uns haben nie zuvor richtig gepredigt aber von der Bibel wissen wir, dass Gott mit Vorliebe die Jungen, Unerfahrenen und Schwachen beruft. Ich selbst fühle mich überhaupt nicht wohl dabei, in kurzer Zeit herausfinden zu müssen, was Gott der Gemeinde sagen möchte.
Eines Morgens – ich wusste immer noch nicht was ich der Gemeinde am Abend weitergeben soll – fragte ich bei der Teambesprechung, ob ich den Vormittag mit Predigtvorbereitung verbringen dürfe, während die anderen gemeinsam mit dem Pastor eine Tür-zu-Tür-Evangelisation unternehmen. Die anderen konnten sich darauf überhaupt nicht einlassen und argumentierten, dass wir als Team zusammen gehören und ich deshalb mitgehen solle. Das war ein sehr schwieriger Moment für mich und mir fielen schon weitere Argumente für meine Position ein, doch plötzlich verspürte ich einen Frieden darüber mit dem Team zu gehen. So machte Gott also unserer Diskussion ein Ende und was blieb mir da anderes übrig, als Ihm zu vertrauen?
Am Nachmittag entschied ich mich dafür, in meiner Predigt das Wissen zu nutzen, das ich mir mal durch mehrfaches Durchhören von Predigt-mp3s vor zwei Jahren angeeignet hatte. Dazu fand ich in der Bibel mehrere passende Verse. Am Abend stellte sich heraus, dass unser Herr viele Menschen durch die Predigt angesprochen hat und vor allem eine ganz neue Besucherin, die nur wegen unserer vorigen Tür-zu-Tür-Evangeliastion zum Gottesdienst gekommen war.
In der letzten Gemeinde sollten wir sogenannte Revival-Gottesdienste gestalten, an deren Ende gemeinsam mit den Gemeindeleitern persönlich für Heilung (seelisch/geistlich/physisch) gebetet werden sollte. Am letzten Tag kam eine Frau nach vorne und bezeugte, dass sie am vorigen Abend von starken Rückenschmerzen befreit worden war.
Gesund, dankbar und erstaunt schauten wir darauf zurück, was Gott in nur einer Woche mit und unter uns getan hat. Er erfüllte alle Versprechen. Preist Ihn!
Psalm 118,28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.